Mercedes-Benz Aktie: 27 Prozent Absatzminus in China

Mercedes-Benz hält sich im schwachen DAX stabil. Eine KI-Kooperation mit Liquid AI soll die Fahrzeugtechnik voranbringen, während der China-Absatz einbricht.

Die Kernpunkte:
  • Kurs nahezu unverändert bei 52,53 Euro
  • Mehrjährige KI-Partnerschaft mit Liquid AI
  • Absatz in China bricht um 27 Prozent ein
  • Neue Modelle für China bis 2027 geplant

Während der DAX am Donnerstag nachgab, zeigte sich Mercedes-Benz unbeeindruckt. Der Kurs des Stuttgarter Automobilherstellers bewegte sich in einer engen Seitwärtsrange und notierte zum Handelsschluss bei 52,53 Euro – ein minimales Plus von 0,04 Prozent.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 50 Milliarden Euro rangiert Mercedes-Benz auf Platz 13 der wertvollsten DAX-Unternehmen. Die Gewichtung im Index beträgt 2,37 Prozent. Das Handelsvolumen von knapp einer Million Aktien deutet auf stetiges, aber nicht außergewöhnliches Interesse hin. Der Kurs liegt 9,8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 58,25 Euro, aber deutlich über dem Jahrestief von 44,76 Euro.

KI-Partnerschaft mit Liquid AI

Ein wesentlicher Treiber für die langfristige Bewertung bleibt die Transformation zu softwaredefinierten Fahrzeugen. Mercedes-Benz gab eine mehrjährige Partnerschaft mit Liquid AI bekannt. Ziel ist die Skalierung von „Embedded Intelligence“ direkt im Fahrzeug.

Im Gegensatz zu Cloud-basierten Lösungen erlaubt dieser Ansatz eine schnellere und datenschutzkonformere Verarbeitung von KI-Prozessen durch die Fahrzeughardware. Zum Einsatz kommen soll die Technologie zunächst in den Modellen mit der dritten und vierten MBUX-Generation in Nordamerika. Die Strategie zielt auf personalisierte Interaktionen und technologische Unabhängigkeit.

China bleibt der Schwachpunkt

Trotz der Fortschritte bleibt die operative Lage im wichtigsten Einzelmarkt China angespannt. Die Absatzzahlen des ersten Quartals sprechen eine deutliche Sprache: Die Auslieferungen brachen um 27 Prozent auf 419.400 Einheiten im Pkw-Segment ein.

Der Konzern führt den Rückgang auf Modellzykluseffekte und makroökonomische Unsicherheiten zurück. Besonders das margenstarke Top-End-Segment mit S-Klasse und Maybach steht unter Druck. Finanzvorstand Harald Wilhelm verfolgt für China ambitionierte, aber realistische Ziele: Mittelfristig strebt Mercedes ein jährliches Absatzvolumen von 500.000 bis 600.000 Fahrzeugen an.

Ausblick

Um die Profitabilität zu sichern, setzt das Management auf die Resilienz des Geschäftsmodells. Bis 2027 sollen sieben China-spezifische Neuheiten auf den Markt kommen. Gestützt wird die globale Bilanz derweil durch Zuwächse in Europa und den USA. Die operative Marge soll sich mittelfristig im hohen einstelligen Bereich bewegen.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung sind der Hochlauf der neuen Elektro-Plattformen und die Integration der KI-Technologien. Aktionäre dürfen im Frühjahr 2027 auf die Dividendenentscheidung für das laufende Geschäftsjahr blicken.

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