Mercedes-Benz Aktie: 29,81% Minus seit Jahresbeginn
Mercedes-Benz verschärft den Sparkurs: Mitarbeiter sollen mehr leisten, Sonderzahlung wird verschoben. Analysten senken Kursziele angesichts der Krise.

- Vorstand fordert mehr Leistung von Belegschaft
- Tarifliche Sonderzahlung auf 2027 verschoben
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief bei 43 Euro
- Quartalszahlen am 28. Juli im Fokus
Der Ton bei Mercedes-Benz wird rauer. In einem aktuellen internen Schreiben fordert der Vorstand von der Belegschaft deutlich mehr Leistung. Die Mitarbeiter sollen künftig für das gleiche Geld mehr arbeiten. Das Ziel: eine radikale Steigerung der Produktivität.
Effizienz gegen Margendruck
Der Autobauer kämpft mit schwindenden Margen. Besonders die schwache Nachfrage in China und der dortige Preiskampf belasten das Geschäft. Im ersten Quartal rutschte die bereinigte Umsatzrendite der Pkw-Sparte auf 4,1 Prozent ab. Das markiert das untere Ende der Zielspanne.
Um gegenzusteuern, nimmt das Management die Kosten am Standort Deutschland ins Visier. Der Vorstand kritisiert hohe Lohnstückkosten und ungenutzte Werkskapazitäten. Erste Konsequenzen gibt es bereits. Das Unternehmen verschiebt eine tarifliche Sonderzahlung vom Juli 2026 auf das Jahr 2027. Parallel dazu bringt Aufsichtsratschef Martin Brudermüller eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ins Spiel.
Analysten skeptisch, Aktie am Boden
Die Börse reagiert nervös auf die tiefgreifenden Einschnitte. Am Freitag schloss die Aktie bei 43,27 Euro. Damit notiert das Papier nur Haaresbreite über dem frischen 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf 29,81 Prozent.
Auch Analysten passen ihre Erwartungen an. Kepler Cheuvreux senkte das Kursziel drastisch auf 48 Euro. Die Experten verweisen auf trübe Aussichten im Luxussegment. Bernstein Research hält zwar an einem Ziel von 61 Euro fest. Allerdings warnen die Analysten vor Risiken in der Lieferkette und einem schleppenden Elektro-Hochlauf.
Quartalszahlen im Fokus
Investoren blicken nun auf den 28. Juli 2026. An diesem Tag legt Mercedes-Benz die Zahlen für das zweite Quartal vor. Das Management muss dann belegen, dass die harten Sparmaßnahmen die Margen stabilisieren. Bereits am 14. Juli liefert ein Analysten-Gespräch erste Hinweise auf die jüngste Geschäftsentwicklung.
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