Mercedes-Benz Aktie: 43,01 Euro Jahrestief

Mercedes-Benz verschärft den Sparkurs mit Arbeitszeitverlängerung und Bonusverschiebung. Die Aktie fällt auf ein neues Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Arbeitszeit steigt ohne Lohnausgleich
  • Sonderzahlung wird auf 2027 verschoben
  • Gewinn im ersten Quartal weiter gesunken
  • Aktie erreicht neues Jahrestief bei 43 Euro

Mercedes-Benz zieht die Notbremse. Nach einem massiven Gewinneinbruch verschärft der Autobauer seinen Sparkurs in Deutschland drastisch. Die Belegschaft reagiert mit ersten Protesten. An der Börse stürzt das Papier derweil auf ein neues Jahrestief.

Mehr Arbeit, weniger Geld

Der Vorstand fordert von der Belegschaft massive Zugeständnisse. Die wöchentliche Arbeitszeit soll von 35 auf 40 Stunden steigen. Einen Lohnausgleich plant das Unternehmen dafür nicht. Interne Papiere fassen das Konzept unmissverständlich zusammen: Mehr Arbeit für das gleiche Geld.

Parallel dazu verschiebt das Management eine fest eingeplante Sonderzahlung. Der tarifliche Bonus von gut 18 Prozent eines Monatsgehalts fließt erst im April 2027. Ursprünglich sollten zehntausende Tarifbeschäftigte das Geld im Sommer 2026 erhalten. Der Konzern spart so einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

Auch Führungskräfte müssen verzichten. Sie stellen sich für die Jahre 2025 und 2026 auf Nullrunden ein. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller unterstützt den harten Kurs. Er will die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Werke sichern.

Gewinneinbruch zwingt zum Handeln

Die harten Einschnitte kommen nicht aus dem Nichts. Das Management bezeichnet die aktuelle Lage selbst als dramatisch. Bereits 2025 halbierte sich der Konzerngewinn auf 5,3 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 schrumpfte das Ergebnis um weitere 17,2 Prozent.

Der Autobauer kämpft an mehreren Fronten. Drei zentrale Probleme belasten die Bilanz:
* Extremer Wettbewerbsdruck auf dem chinesischen Markt.
* Neue Zölle und ungünstige Wechselkurseffekte.
* Hohe Produktionskosten und Überkapazitäten in Deutschland.

Obendrein drückt ein hoher Krankenstand die Profitabilität. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren das Vorgehen des Vorstands dennoch scharf. Im Bremer Werk mit seinen rund 11.500 Beschäftigten verließen Mitarbeiter aus Frust vorzeitig ihre Schicht. Droht keine Einigung, prüft der Konzern die Verlagerung weiterer Produktionen ins Ausland.

Aktie im freien Fall

Der Kapitalmarkt straft die Unsicherheit gnadenlos ab. Die Mercedes-Benz Aktie beendete den Freitagshandel mit einem Minus von gut drei Prozent bei 43,27 Euro. Im Tagesverlauf rutschte der Kurs bei 43,01 Euro auf ein neues Jahrestief.

Die technische Lage ist verheerend. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 30 Prozent an Wert verloren. Der Kurs notiert weit unter den wichtigen mittelfristigen Trendlinien. Ein RSI-Wert von 29 signalisiert zwar eine massiv überverkaufte Situation. Ein schneller Rebound bleibt angesichts der fundamentalen Krise aber unwahrscheinlich.

In der kommenden Handelswoche rückt die Marke von 43,00 Euro in den Fokus. Fällt diese Unterstützung, droht ein weiterer Rücksetzer in Richtung 40 Euro. Der schwelende Konflikt mit der IG Metall liefert Leerverkäufern vorerst genug Argumente, um den Druck auf die Aktie hoch zu halten.

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