Mercedes-Benz Aktie: 52-Wochen-Tief bei 42,64 Euro
Mercedes-Benz Aktie fällt seit Jahresbeginn um 29 Prozent. Gewinnrückgang und Branchendruck belasten, während neue Technologien vorangetrieben werden.

- Aktienkurs seit Jahresbeginn stark gefallen
- Konzernergebnis sank um 28 Prozent
- Neue Assistenzsysteme für CLA und GLC
- Elektroauto-Absatz im Mittelfeld
Der Blick auf die vergangenen Wochen fällt jedoch deutlich trüber aus: Binnen sieben Tagen verlor das Papier 3,18 Prozent, auf Monatssicht summiert sich das Minus auf 6,50 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 28,71 Prozent zu Buche, gegenüber dem Vorjahresschlusskurs sind es 17,20 Prozent. Damit notiert die Aktie 29,45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 62,30 Euro vom 15. Dezember 2025, liegt aber nur noch 3,07 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 42,64 Euro vom 29. Juni 2026. Auch die gleitenden Durchschnitte zeigen den Abwärtstrend: Der Kurs liegt 8,35 Prozent unter dem 50-Tage-Schnitt von 47,96 Euro und 19,46 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 54,57 Euro. Der RSI von 38,4 signalisiert eine schwache, aber noch nicht überverkaufte Marktstimmung. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 41,94 Milliarden Euro.
Gewinneinbruch belastet die Bilanz
Hintergrund der Kursschwäche ist auch die Geschäftsentwicklung des Konzerns. Für 2024 verzeichnete Mercedes-Benz einen deutlichen Gewinnrückgang: Das Konzernergebnis sank um 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro und blieb damit hinter den Erwartungen von Fachleuten zurück. Die Umsatzrendite im Pkw-Geschäft brach von 12,6 auf 8,1 Prozent ein, der Gesamtumsatz sank um 4,5 Prozent auf 145,6 Milliarden Euro. Der Vorstand kürzte die Dividende auf 4,30 Euro je Aktie. Zugleich kündigte das Unternehmen einen Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro an – ein Signal, dass trotz sinkender Erträge Kapital an die Anteilseigner zurückfließen soll.
Im Branchenvergleich schneidet Mercedes-Benz margenseitig schwächer ab als der Rivale BMW. Dieser kam in den ersten neun Monaten 2025 auf eine Vorsteuermarge von 5,9 Prozent, während Mercedes-Benz laut einer Weltwoche-Analyse niedrigere Margen erzielt. Volkswagen liegt mit einer operativen Marge von rund 3,2 Prozent noch darunter. Die Zahlen verdeutlichen den Druck, unter dem die gesamte deutsche Autoindustrie derzeit steht – während bei Volkswagen parallel eine offene Auseinandersetzung um Werksschließungen und Stellenabbau tobt, muss auch Mercedes-Benz seine Profitabilität verteidigen.
Neue Assistenzsysteme und Elektro-Absatz
Auf der Produktseite treibt Mercedes-Benz die Digitalisierung seiner Modelle voran. Ab dem 14. Juli 2026 erhalten CLA und GLC EQ kostenlos die Vorrüstung für das Assistenzsystem MB.Drive Assist Pro – Code 229 bringt zehn statt bisher acht Kameras ins Fahrzeug. Das eigentliche Level-2++-System soll dann per Over-the-Air-Update Ende 2026 oder Anfang 2027 auch für die Baureihen S-Klasse Facelift, GLE, GLS und EQS Facelift freigeschaltet werden. Preislich staffelt sich das Angebot: MB.Drive Assist kostet ab 1.785 Euro, die Variante Assist Plus 3.284,40 Euro.
Im deutschen Elektroauto-Markt behauptet sich die Marke unterdessen im Mittelfeld. Bei den Neuzulassungen bis Juni 2026 belegte der Mercedes CLA EQ mit 11.032 Fahrzeugen Platz sechs der beliebtesten E-Auto-Modelle, hinter Wettbewerbern wie dem Škoda Elroq, dem Tesla Model Y und mehreren VW-Modellen. Der Elektroanteil an allen Neuzulassungen in Deutschland liegt bei 25 Prozent.
Auch bei der Automatisierung der Produktion bewegt sich der Konzern: Mercedes-Benz testet nach eigenen Angaben den humanoiden Roboter Apollo des Herstellers Apptronik in Pilotprojekten – ein Feld, in dem parallel auch BMW und andere Autobauer experimentieren. Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent: Technologisch treibt Mercedes-Benz seine Modelle voran, während die Ertragslage und das schwierige Branchenumfeld den Kurs weiter unter Druck halten.
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