Mercedes-Benz Aktie: 800-Millionen-Sparplan bei Personalkosten

Der Autobauer strebt geringere deutsche Personalkosten an; zugleich verlängerte er eine Partnerschaft und testet Festkörperzellen.

Die Kernpunkte:
  • Rund 800 Millionen Euro Einsparziel
  • Freiwillige Abfindungen in indirekten Bereichen geplant
  • 895.000 eigene Aktien zurückgekauft
  • Festkörperzellen-Tests mit ProLogium vereinbart

Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz steht vor tiefgreifenden Weichenstellungen. Um den anhaltenden Belastungen durch ein schwächeres China-Geschäft und drohende US-Zölle zu begegnen, intensiviert das Management die Bemühungen um Kostensenkungen im Heimatmarkt. Medienberichten zufolge verhandelt das Unternehmen über spürbare Einsparungen bei den deutschen Personalkosten, während parallel das Programm zur Restrukturierung voranschreitet.

Ringen um Arbeitskosten und Werksperspektiven

Im Zentrum der Diskussionen stehen erhebliche finanzielle Einschnitte. Laut der Nachrichtenagentur Reuters strebt der Konzern Einsparungen von rund 800 Millionen Euro bei den deutschen Arbeitskosten an. Zu den erwogenen Maßnahmen zählen demnach längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich sowie Kürzungen oder der Wegfall von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Mercedes-Benz lehnte eine Stellungnahme zu den laufenden Verhandlungen ab.

Die Belegschaft reagiert alarmiert auf den Sparkurs. Im Werk Untertürkheim sprach die Arbeitnehmervertretung von einer angespannten Stimmung. Vorausgegangen war eine Warnung der Produktionsleitung vor Werksschließungen in Deutschland, falls die Kostenbasis nicht zeitnah sinkt. Zur Verkleinerung der Belegschaft plant das Management zudem ein freiwilliges Abfindungsprogramm in indirekten Bereichen wie Entwicklung, Verwaltung und Produktionsplanung.

Für Anleger spiegeln sich diese strukturellen Herausforderungen in einer anhaltenden Kursschwäche wider. Die Aktie von Mercedes-Benz verlor seit Jahresanfang 34 Prozent an Wert und beendete den Handel am Freitag bei 39,90 Euro. Damit liegt das Papier nur noch 0,5 Prozent über dem am selben Tag markierten 52-Wochen-Tief.

Kapitalmaßnahmen und Partnerschaften

Trotz des operativen Gegenwinds stützt das Unternehmen den Kurs über den Kapitalmarkt. Zwischen dem 21. und 25. September kaufte Mercedes-Benz 895.000 eigene Aktien zurück. Seit dem Start des Programms Anfang September beläuft sich das Gesamterwerbsvolumen damit auf rund 2,98 Millionen Anteilsscheine.

Gleichzeitig sichert sich der Autobauer Technologie- und Lieferkettenressourcen. Am Donnerstag verlängerten Mercedes-Benz und die FUCHS SE ihre weltweite Schmierstoffpartnerschaft. Im Bereich alternativer Antriebe vereinbarte der Konzern gemeinsame Tests von Festkörperzellen der vierten Generation mit ProLogium Holding, was den Stuttgartern bevorzugten Zugang zu dieser Technologie verschafft.

Ausblick auf das dritte Quartal

Analysten bleiben vorerst vorsichtig. Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel Ende September von 73 auf 70 Euro, behielt die Kaufempfehlung jedoch bei. Analyst Tim Rokossa verwies darauf, dass die Marktsituation in China die zentrale strukturelle Baustelle bleibe.

Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der Belastungen dürften die nächsten Unternehmenszahlen bringen. Mercedes-Benz hat die Veröffentlichung des Zwischenberichts für das dritte Quartal sowie eine Analystenkonferenz für den 28. Oktober angekündigt.

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