Mercedes-Benz Aktie: 895.000 Aktien in fünf Tagen gekauft

Der Autobauer erwarb im September knapp drei Millionen eigene Aktien; mögliche Werksschließungen und Arbeitszeitänderungen bleiben umstritten.

Die Kernpunkte:
  • 895.000 Aktien in einer Woche erworben
  • September-Käufe summieren sich auf knapp drei Millionen
  • Zwei deutsche Werke könnten geschlossen werden
  • Q3-Zwischenbericht erscheint am 28. Oktober

Der Stuttgarter Autobauer setzt inmitten interner Spannungen und anhaltender Kursschwäche auf milliardenschwere Kapitalmaßnahmen. Mercedes-Benz hat vom 21. bis 25. September insgesamt 895.000 eigene Aktien über das laufende Rückkaufprogramm erworben. Damit summierte sich das Kaufvolumen seit Monatsbeginn bis zum vergangenen Freitag auf knapp drei Millionen Anteile. Das Management kauft die eigenen Papiere in einer Phase massiver Kursverluste, denn seit Jahresanfang hat die Aktie 31 Prozent an Wert eingebüßt.

Gestern ging das Papier im Handel mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent bei 41,60 Euro aus dem Markt. Es notiert damit nur knapp über dem erst kürzlich markierten 52-Wochen-Tief von 41,05 Euro.

Verschärfter Sparkurs sorgt für Unruhe

Hinter den Rückkäufen steht eine angespannte Lage an den deutschen Standorten. Nach Berichten des SWR bekräftigte der Vorstand gestern auf einer Betriebsversammlung seine Forderung, dass Beschäftigte bei gleichem Lohn länger arbeiten müssten. Für den Fall, dass die angestrebten Kostensenkungen ausbleiben, stellte die Unternehmensführung die Schließung von zwei Werken in Deutschland in den Raum.

Zuvor hatte die WirtschaftsWoche unter Berufung auf informierte Personen berichtet, dass Mercedes-Benz Einsparungen bei den heimischen Arbeitskosten von bis zu 800 Millionen Euro anstrebe. Diskutiert würden längere Wochenarbeitszeiten sowie Kürzungen von Sonderzahlungen. Mercedes-Benz bestätigte diese Summe bislang nicht und verwies auf laufende Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Produktionsvorstand Michael Schiebe in Sindelfingen verdeutlicht, dass ohne spürbare Einschnitte ein deutsches Aufbauwerk sowie ein Powertrainwerk vor dem Aus stehen könnten. Der Gesamtbetriebsrat kündigte daraufhin entschiedenen Widerstand an.

Uneinheitliche Signale der Analysten

Am Kapitalmarkt wird die strategische Positionierung des Konzerns unterdessen differenziert bewertet. Das Analysehaus Bernstein beließ die Einstufung für Mercedes-Benz am 23. September auf „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 56 Euro. Analyst Stephen Reitman argumentierte, europäische Hersteller wie die Stuttgarter behaupteten sich im Wettbewerb mit chinesischen Marken robuster, als Investoren ihnen derzeit zugestehen wollten.

Vorsichtiger äußerte sich die Schweizer Großbank UBS. Analyst Patrick Hummel bestätigte in der vergangenen Woche die Einschätzung „Neutral“. Er gab zu bedenken, dass das Erreichen der ausgegebenen Gesamtjahresziele maßgeblich von einem starken vierten Quartal 2026 abhänge.

Klarheit über die operative Verfassung im laufenden Geschäftsjahr erwarten Investoren in den kommenden Wochen. Am 28. Oktober veröffentlicht der Konzern seinen Zwischenbericht zum dritten Quartal. Zuvor gibt das Unternehmen am 8. Oktober im Rahmen eines Pre-Close Calls erste Orientierungspunkte für den Zwischenabschluss.

Anzeige

Stand heute, 29. September: Mercedes-Benz – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Mercedes-Benz investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 29. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Mercedes-Benz: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Mercedes-Benz