Mercedes-Benz Aktie: Abfindungsprogramm reaktiviert

Schwächere Verkäufe, besonders in China, treffen auf steigende Elektroauslieferungen und einen laufenden Aktienrückkauf.

Die Kernpunkte:
  • Pkw- und Van-Absatz sank um sechs Prozent
  • China-Verkäufe gingen um 31 Prozent zurück
  • BEV-Auslieferungen stiegen um 61 Prozent
  • Rückkauf von knapp drei Millionen Aktien

Im Vorfeld des Quartalsberichts am 28. Oktober 2026 setzt die Mercedes-Benz Group verstärkt auf interne Kostendisziplin und operative Effizienz. Medienberichten zufolge hat der Stuttgarter Automobilkonzern Ende September sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland reaktiviert. Zudem berichtete Reuters, dass das Unternehmen die Rückkehr ins Büro forciere und Homeoffice künftig auf einen Tag pro Woche begrenzen wolle.

Diese internen Schritte verdeutlichen die angespannte Lage, während der Konzern seine Kostenstrukturen strafft. An der Börse spiegelte sich der Druck im laufenden Jahr deutlich wider: Die Aktie verzeichnete seit Jahresanfang ein Minus von 34 Prozent und schloss am Freitag bei 39,73 Euro.

Belastung durch Kernmärkte und Branchenumfeld

Hinter den Sparanstrengungen steht ein herausforderndes Marktumfeld. Am Mittwoch meldete der Konzern für das dritte Quartal weltweit 491.700 verkaufte Pkw und Vans, was einem Rückgang von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht.

Vor allem die Entwicklung in China belastete: Mercedes-Benz Cars verzeichnete dort einen Absatzrückgang um 31 Prozent auf 86.800 Fahrzeuge, während die weltweiten Auslieferungen der Pkw-Sparte um 8 Prozent auf 407.200 Einheiten sanken.

Am Freitag reagierte Patrick Hummel, Analyst bei der UBS, auf die Branchenlage und senkte sein Kursziel für den Autobauer von 50 auf 45 Euro bei einer unveränderten Einstufung mit „Neutral“. Als Belastungsfaktoren führte er den wachsenden Druck durch chinesische Konkurrenten sowie drohende Prognosesenkungen europäischer Hersteller an.

Lichtblicke bei Elektrofahrzeugen und Kapitalmaßnahmen

Gleichzeitig verzeichnete Mercedes-Benz Cars im dritten Quartal einen Zuwachs im Elektrosegment. Mit 68.400 batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) erzielte die Sparte ein Plus von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Zudem sind die vollelektrischen Modelle der Baureihen CLA, GLC, GLB und GLA in Europa für das restliche Jahr 2026 ausverkauft, während die Bestellungen weit in das Jahr 2027 hineinreichen. Konzernweit stieg der Absatz von Elektro-Pkw und -Vans um 52 Prozent auf 78.100 Einheiten.

Zur Stützung des Aktienkurses setzt das Management zudem auf den laufenden Aktienrückkauf. Zwischen dem 1. und dem 25. September 2026 erwarb das Unternehmen insgesamt 2.976.805 eigene Anteile, davon 895.000 Stück in der Handelswoche bis zum 25. September.

Fokus auf den 28. Oktober

Am vergangenen Donnerstag hielt das Unternehmen bereits einen Pre-Close-Call für Analysten und Investoren ab, um wichtige Entwicklungen vorab einzuordnen. Am 28. Oktober 2026 folgt die Veröffentlichung des vollständigen Zwischenberichts zum dritten Quartal inklusive Analystenkonferenz. Dann wird sich zeigen, inwieweit die Sparprogramme und der Zuwachs bei den Elektroauslieferungen die Ertragskraft stabilisieren können.

Anzeige

Stand heute, 11. Oktober: Mercedes-Benz – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Mercedes-Benz investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 11. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Mercedes-Benz: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Mercedes-Benz