Mercedes-Benz Aktie: Baby G aus Kecskemét ab 2027
Mercedes verlagert Bau des kompakten G-Klasse-Ablegers nach Ungarn. Das Werk Kecskemét wird ausgebaut, die Aktie bleibt unter Druck.

- Baby G wird in Ungarn gefertigt
- Werk Kecskemét wird massiv ausgebaut
- Hybridantrieb ergänzt Elektroversion
- Aktie verliert seit Jahresbeginn deutlich
Mercedes-Benz plant seinen kompakten G-Klasse-Ableger offenbar nicht in Deutschland zu bauen. Der sogenannte „Baby G“ soll stattdessen aus dem ungarischen Werk Kecskemét kommen. Das Werk investiert eine Milliarde Euro in den Ausbau – und wird damit zum größten Mercedes-Standort in Europa.
Kecskemét wird zum Kostenhebel
Mercedes will die Produktionskosten zwischen 2024 und 2027 um 10 Prozent senken. Bis 2030 soll sich dieser Wert verdoppeln. Kecskemét spielt dabei eine zentrale Rolle: Die Arbeitskosten liegen niedriger als in Deutschland oder Österreich.
Die geplante Investition soll die jährliche Kapazität fast verdoppeln, auf 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge. Die Belegschaft wächst dafür um rund 3.000 auf etwa 7.500 Mitarbeiter. Das ungarische Werk entwickelt sich damit zum Fertigungszentrum für die günstigeren Modelle des Konzerns.
Die Produktion des „Baby G“ soll bereits im kommenden Jahr starten. Auf den Markt kommt das Fahrzeug voraussichtlich 2027 oder 2028.
Elektro-Pläne weichen dem Hybrid
Ursprünglich wollte Mercedes den „Baby G“ rein elektrisch anbieten. Der Konzern hat die Strategie inzwischen angepasst: Neben der E-Variante kommt auch eine hybridisierte Verbrennerversion.
Optisch soll das Modell an die große G-Klasse erinnern, deutlich günstiger und in erster Linie für die Straße gebaut. Offroad-Fähigkeiten bleiben trotzdem erhalten. Die offizielle Vorstellung könnte laut Medienberichten bereits im Juli erfolgen – zusammen mit Details zum Kapazitätsausbau in Kecskemét.
Aktie unter Druck
Die Mercedes-Aktie schloss am Mittwoch bei 44,50 Euro. Über die vergangenen 30 Tage verlor das Papier 7,14 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 27,82 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 62,30 Euro aus dem Dezember 2025 trennen die Aktie inzwischen 28,57 Prozent.
Vom jüngsten Jahrestief bei 42,64 Euro Ende Juni hat sich der Kurs bereits wieder um 4,36 Prozent erholt. Der RSI von 40,2 signalisiert derzeit keine Überverkauft-Situation, sondern eine moderate Bewertung. Mit einer annualisierten Volatilität von 28,69 Prozent bleibt das Papier aber deutlich schwankungsanfällig.
Die Verlagerung nach Ungarn zeigt, wie stark Kostendruck die Strategie von Mercedes inzwischen prägt. Ob die Rechnung aufgeht, hängt auch davon ab, wie der Markt auf das neue Kompaktmodell reagiert. Die für Juli erwartete Enthüllung dürfte erste Hinweise liefern, ob Kunden den kleineren G-Klasse-Ableger annehmen.
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