Mercedes-Benz Aktie: BEV-Sparte +51 Prozent, China -30
Mercedes-Benz verzeichnet starke China-Verluste, während die Elektroauto-Sparte zweistellig wächst. Die Aktie nähert sich dem Jahrestief.

- China-Verkäufe brechen um 30% ein
- Elektroauto-Absatz steigt um 51%
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 28%
- Quartalszahlen werden im Juli erwartet
Bei Mercedes-Benz klaffen zwei Welten auseinander. Während der chinesische Markt förmlich einbricht, feiert die Elektrosparte einen Höhenflug. Die Aktie notiert am Freitag bei 43,98 Euro, nur wenige Cent über dem 52-Wochen-Tief von 42,64 Euro.
China reißt die Bilanz nach unten
Im zweiten Quartal 2026 lieferte Mercedes-Benz weltweit 511.900 Fahrzeuge aus. Das ist ein Rückgang von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der Kernsparte Pkw fiel das Minus mit 8 Prozent noch deutlicher aus.
Der Blick auf die Regionen zeigt die Ursache. In China brachen die Verkäufe im Quartal um 30 Prozent ein. Über das gesamte erste Halbjahr summierte sich das Minus im wichtigsten Einzelmarkt auf 28 Prozent, rund 210.000 Fahrzeuge weniger als im Vorjahr.
Andere Regionen liefen deutlich besser. In Nordamerika legte der Absatz um 13 Prozent zu. Europa wuchs immerhin um 4 Prozent.
Elektroautos wachsen zweistellig
Die Elektrosparte liefert die positive Gegengeschichte. Weltweit stiegen die BEV-Verkäufe im zweiten Quartal um 51 Prozent auf 52.900 Einheiten. In Europa fiel das Wachstum mit 87 Prozent noch stärker aus.
Mittlerweile ist jedes achte ausgelieferte Fahrzeug der Marke ein reines Elektroauto. Der Konzern spricht von einer Modelloffensive, die zunehmend an Dynamik gewinnt. Ob die margenärmeren Stromer die Verluste im margenstarken China-Geschäft ausgleichen können, bleibt aber offen.
Die ganze Branche kämpft mit China
Mercedes-Benz steht mit seinen Problemen nicht allein da. Porsche meldete für das erste Halbjahr einen Absatzrückgang von 16 Prozent, mit einem China-Minus von 32 Prozent. Auch BMW verzeichnete im zweiten Quartal rückläufige Zahlen.
Die finanzielle Lage bei Mercedes-Benz bleibt angespannt. Das Konzernergebnis war bereits im ersten Quartal 2026 um 17,2 Prozent gesunken. Für das Gesamtjahr 2025 stand am Ende ein Gewinn von 5,3 Milliarden Euro, nach 10,4 Milliarden Euro im Jahr zuvor.
Chartbild bleibt angeschlagen
Die Aktie hat seit Jahresbeginn 28,65 Prozent verloren. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 54,57 Euro beträgt der Abstand fast 20 Prozent. Der RSI von 38,3 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain.
Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 42,49 Milliarden Euro. Die detaillierten Finanzzahlen zum zweiten Quartal will Mercedes-Benz im Laufe des Julis vorlegen. Erst dann zeigt sich, wie stark das China-Geschäft die Marge im Konzern tatsächlich belastet hat.
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