Mercedes-Benz Aktie: China-Abschreibung trübt Quartal

Mercedes-Benz verzeichnet Gewinnanstieg, senkt aber wegen China-Flaute die Jahresprognose. Eine Milliardenabschreibung drückt die Pkw-Marge.

Die Kernpunkte:
  • Erster Gewinnanstieg seit drei Jahren
  • Umsatzprognose wegen China-Krise gesenkt
  • 704 Millionen Euro Abschreibung in China
  • Transporter-Sparte übertrifft Erwartungen

Ein Konzern, der beim Gewinn zulegt und gleichzeitig seine Jahresprognose kappt — bei Mercedes-Benz passt im zweiten Quartal beides gleichzeitig zusammen. Der Stuttgarter Autobauer meldet den ersten Anstieg des Quartalsgewinns seit drei Jahren. Zeitgleich muss das Management wegen der Absatzflaute in China die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr zurücknehmen.

China bricht ein, die Marge hält

Der Grund für die gesenkte Prognose liegt klar auf der Hand: In China, dem wichtigsten Absatzmarkt, brachen die Verkäufe im zweiten Quartal um 30 Prozent ein. Die dortige Immobilienkrise verdirbt wohlhabenden Kunden die Kauflaune, während heimische Elektroauto-Hersteller mit mehr Software-Funktionen punkten und Modellen wie der elektrischen CLA-Limousine Konkurrenz machen. Mercedes rechnet beim Konzernumsatz nun mit einem Wert leicht unter dem Vorjahresniveau — zuvor hatte das Management Erlöse auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Auch beim Pkw-Absatz erwartet der Konzern jetzt einen leichten Rückgang statt Stabilität.

Die China-Schwäche hinterlässt auch bilanziell Spuren. Wegen der schwierigen Geschäfte nahm Mercedes eine Wertminderung auf seine chinesischen Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 704 Millionen Euro vor. Das drückte im wichtigsten Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars das bereinigte operative Ergebnis auf 909 Millionen Euro, ein Rückgang von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Umsatzrendite in der Pkw-Sparte sank auf 4,0 Prozent von 5,1 Prozent — lag damit aber klar über der Analystenschätzung von 3,5 Prozent.

Vans und Finanzsparte retten das Bild

Während das Kerngeschäft mit Personenwagen kämpft, liefert der Rest des Konzerns überraschend stark. Die Transporter-Sparte Vans steigerte den Umsatz um 5 Prozent auf 4,46 Milliarden Euro und erzielte eine Rendite von 10,2 Prozent — deutlich über der erwarteten Marke von 9,4 Prozent. Zusammen mit einer starken Finanzdienstleistungssparte hievte das den operativen Konzerngewinn um gut ein Fünftel auf 1,55 Milliarden Euro.

Unter dem Strich blieb sogar mehr übrig als im Vorjahr: Der Konzerngewinn kletterte um 13,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro, nach 957 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Konzernumsatz sank zwar um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro, übertraf damit aber die Markterwartung von 31,8 Milliarden Euro.

Auf Konzernebene hält Mercedes trotz der Absatzprobleme in China an seinen bisherigen Jahreszielen fest. Wie stark der Preiskampf in China das Luxussegment künftig belastet, entscheidet sich in den kommenden Quartalen — auch für Konkurrenten wie BMW und Volkswagen, die zuletzt ähnliche Warnsignale aus demselben Markt sendeten.

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