Mercedes-Benz Aktie: Citigroup-Analyst sieht Wettbewerbssorgen übertrieben
Mercedes-Benz gewann an der Börse, doch China-Rückgang, Softwarechef-Abgang und gesenkte Jahresprognose belasten den Konzern weiterhin.

- Mercedes-Benz-Aktie legt 2,6 Prozent zu
- Citigroup sieht Chancen durch EU-Regeln
- Softwarechef Östberg verlässt den Konzern
- China-Absatz sinkt im zweiten Quartal
Citigroup-Ausblick sorgt für Kursplus
Am gestrigen Freitag legten die Papiere von Mercedes-Benz um 2,6 Prozent auf 46,70 Euro zu. Auslöser für das Kursplus war eine optimistische Einschätzung der Citigroup zum Automobilsektor. Analyst Harald Hendrikse betonte gestern, dass die Sorgen der Anleger bezüglich des Wettbewerbs möglicherweise zu kurz greifen. Er verwies darauf, dass eine spürbare Verschärfung der EU-Vorschriften die Stimmung bei Preisen, Absatzmengen und Margen deutlich aufhellen könnte.
Diese Aufwärtsbewegung mildert die bisherige Jahresbilanz leicht ab, wenngleich der Titel seit Jahresbeginn noch ein Minus von 23 Prozent verzeichnet. Hendrikse hält es für möglich, dass zeitnah weitere positive Nachrichten zur Autoindustrie folgen könnten. Trotz der Kursgewinne notiert das Papier weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Dezember des vergangenen Jahres erreicht wurde.
Personalwechsel und operative Herausforderungen
Trotz der jüngsten Erholung am Aktienmarkt steht das Unternehmen vor operativen Aufgaben. Zum Ende des laufenden Monats verlässt der Chief Software Officer Magnus Östberg den Konzern auf eigenen Wunsch. Östberg war seit fast fünf Jahren im Unternehmen und trug die Gesamtverantwortung für das fahrzeugeigene Betriebssystem MB.OS. Er berichtete in dieser Funktion direkt an den Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius sowie an Forschungsvorstand Markus Schäfer. Ein Nachfolger für die Leitung der Software-Sparte ist bislang nicht bekannt.
Parallel dazu wurde am Donnerstag ein Rückruf für die rein elektrischen Generationen der Modelle CLA und GLB gestartet. In den Verkaufszahlen spiegelt sich der Marktdruck ebenfalls wider: Medienberichten zufolge gewährt der Hersteller auf nahezu alle Varianten der C-Klasse mit Mildhybrid-Technik derzeit Preisnachlässe von rund 12 Prozent.
China-Geschäft belastet Quartalsbilanz
Die wirtschaftliche Lage des Konzerns bleibt zudem von der Schwäche im wichtigsten Einzelmarkt geprägt. Im zweiten Quartal brach der Absatz in China um 30 Prozent ein, was deutlich über dem allgemeinen Marktrückgang in der Region lag. Der Konzernumsatz sank in diesem Zeitraum auf 32,06 Milliarden Euro, verglichen mit 33,15 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis stieg hingegen auf 1,09 Milliarden Euro an.
In der Folge senkte das Management Ende Juli die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Der Absatz von Mercedes-Benz Cars sowie der Konzernumsatz werden nun leicht unter dem Vorjahresniveau erwartet.
Analyst Michael Punzet von der DZ Bank reagierte am 3. August auf diese Entwicklung und senkte das Kursziel von 60 Euro auf 55 Euro, bestätigte jedoch seine Einstufung mit „Buy“. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 28. Oktober erwartet, wenn der Zwischenbericht zum dritten Quartal veröffentlicht wird.
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