Mercedes-Benz Aktie: Deutsche Bank hält am Kaufen fest

Deutsche Bank Research bestätigt das Kursziel von 65 Euro; China, die Ergebnisse 2027 und die offene Finanzchef-Nachfolge bleiben Unsicherheitsfaktoren.

Die Kernpunkte:
  • Kaufempfehlung und Kursziel unverändert
  • China und Geschäftsausblick mit Vorbehalten
  • Finanzchef-Nachfolge weiterhin nicht entschieden
  • Mercedes-Benz kaufte 904.601 eigene Aktien

Deutsche Bank Research hält heute an ihrer Kaufempfehlung für Mercedes-Benz fest. Das unveränderte Kursziel beträgt 65 Euro. Nach einer Veranstaltung mit Finanzchef Harald Wilhelm beschreibt Analyst Tim Rokossa den Grundton allerdings als vorsichtig. Besonders der chinesische Markt und die Ergebnisse des Autobauers im kommenden Jahr stehen dabei im Fokus.

Zuversicht beim Kursziel, Vorsicht beim Geschäft

Die bestätigte Kaufempfehlung ist damit kein uneingeschränkt positives Signal für die Geschäftsentwicklung. Rokossas Einschätzung verbindet vielmehr die positive Bewertung der Aktie mit Vorbehalten gegenüber den weiteren Geschäftsaussichten. Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Ein unverändertes Kursziel bedeutet nicht, dass die operativen Unsicherheiten nachgelassen haben.

Die Aktie notiert bei 40,83 € und damit unter dem bestätigten Kursziel. Die erwartete bereinigte Umsatzrendite der Pkw-Sparte liegt für 2026 bei 2–3%. Diese im Zuge der Gewinnwarnung vor gut einer Woche gesenkte Prognose bildet den Hintergrund für die vorsichtige Einschätzung.

Die heutige Bestätigung der Kaufempfehlung sollte deshalb nicht mit einer Entwarnung für China verwechselt werden. Gerade diesen Markt nennt Rokossa ausdrücklich als Gegenstand des vorsichtigen Grundtons. Auch für das kommende Jahr bleibt seine Einordnung zurückhaltend.

Finanzressort vor offener Personalentscheidung

Zusätzlich richtet sich der Blick auf die Kontinuität im Finanzressort. Die Amtszeit von Harald Wilhelm endet im März 2027. Mercedes-Benz hat bislang weder seine weitere Zukunft noch eine Nachfolge bekannt gegeben. Wilhelm verantwortet Finanzen und Controlling seit 2019.

Medienberichten zufolge kommen eine Verlängerung um ein Jahr sowie Olaf Schick oder Christina Schenck als mögliche Szenarien infrage. Bestätigt ist keine dieser Varianten. Für Anleger bleibt die Personalfrage damit ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor, aber noch keine beschlossene Veränderung an der Spitze des Finanzressorts.

Rückkäufe setzen einen anderen Akzent

Parallel zur vorsichtigen Analysteneinschätzung meldet Mercedes-Benz heute die Fortsetzung seines Aktienrückkaufs. In der vergangenen Woche erwarb das Unternehmen 904.601 eigene Aktien. Seit dem Programmstart am 1. September summierten sich die Käufe bis Freitag auf 7.391.990 Aktien.

Der Rückkauf dokumentiert die weitere Umsetzung des Programms. Er beantwortet allerdings nicht die von Rokossa angesprochenen Fragen zur operativen Entwicklung. Die heutige Nachrichtenlage liefert somit eine klare Trennung: Die Deutsche Bank bleibt bei ihrer positiven Anlageeinschätzung, während China, die künftigen Ergebnisse und die offene Personalentscheidung zur Vorsicht mahnen.

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