Mercedes-Benz Aktie: Homeoffice-Vereinbarung gekündigt
Mercedes-Benz kündigte die Konzernvereinbarung zum mobilen Arbeiten; bis zu vier Präsenztage ab 2027 benötigen noch die Zustimmung der Betriebsräte.

- Betriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten gekündigt
- Bis zu vier Bürotage ab 2027 vorgesehen
- Zustimmung der Betriebsratsgremien steht noch aus
- Aktie verlor seit Jahresbeginn 33 Prozent
Kündigung der Betriebsvereinbarung
Mercedes-Benz verabschiedet sich von großzügigen Homeoffice-Regelungen. Der Automobilkonzern kündigte gestern die bestehende Konzernbetriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten. Künftig sollen Führungskräfte für Vollzeitbeschäftigte eine verbindliche Anwesenheit an mehreren Wochentagen im Büro festlegen dürfen. Der Schritt steht allerdings unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Betriebsratsgremien.
Konkret sollen ab Januar 2027 bis zu vier Bürotage pro Woche angeordnet werden können. Individuelle Ausnahmeregelungen bleiben weiterhin möglich. Vorstandschef Ola Källenius hatte intern eine vollständige Rückkehr an den Schreibtisch favorisiert, konnte sich damit jedoch nicht durchsetzen. Für Führungskräfte gilt eine Anwesenheitspflicht an fünf Tagen bereits seit Anfang 2025.
Die Neuregelung der Bürozeiten fügt sich in einen umfassenden Konzernumbau ein. Vor dem Hintergrund eines eingetrübten Marktumfelds fordert das Management spürbare Effizienzsteigerungen. Produktionsvorstand Michael Schiebe stellte bei ausbleibenden Einsparungen sogar die Schließung von Werken im Inland in den Raum.
Druck auf Kosten und Arbeitszeiten
Auf dem Prüfstand stehen neben Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld auch die Arbeitszeiten in der Fertigung. Das Management erwägt eine Ausweitung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich. An ausländischen Standorten fertigt der Konzern zu deutlich niedrigeren Stundensätzen, was den Druck auf die deutschen Werke erhöht.
Die Arbeitnehmervertretung sperrt sich gegen derartige Einschnitte. Die Unternehmensführung argumentiert dagegen mit Wettbewerbsnachteilen und strebt an, Stellen im Zuge natürlicher Fluktuation nicht mehr nachzubesetzen.
Flankierend setzt Mercedes-Benz auf weiteren Personalabbau: Für Dezember 2026 ist eine Neuauflage des Abfindungsprogramms für indirekte Bereiche vorgesehen. Die Vereinbarungen unterliegen dem Prinzip der doppelten Freiwilligkeit, sodass beide Seiten zustimmen müssen. Bislang verließen auf diesem Weg laut Medienberichten rund 5.500 Beschäftigte den Konzern.
Schwache Kursentwicklung und Ausblick
Der Handlungsdruck speist sich aus einer spürbar gesunkenen Ertragskraft im vergangenen Geschäftsjahr. Zwar brachte das zweite Quartal 2026 mit steigenden Gewinnen eine operative Aufhellung, die Gesamtlage bleibt jedoch herausfordernd.
Am Aktienmarkt spiegeln sich die anhaltenden Restrukturierungsdebatten deutlich wider. Gestern schloss das Papier bei 40,53 Euro. Damit bewegt sich der Kurs unweit des 52-Wochen-Tiefs von 40,14 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf 33 Prozent.
Ob die eingeleiteten Schritte die Profitabilität nachhaltig stützen können, dürften die kommenden Zwischenberichte verdeutlichen. Die Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal ist für den 28. Oktober 2026 vorgesehen.
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