Mercedes-Benz Aktie: IG Metall ruft zu Freitags-Protesten auf
IG Metall ruft zu Kundgebungen auf, während Mercedes T-Geld verschiebt und längere Arbeitszeiten prüft. Aktie nahe Jahrestief.

- Proteste in Sindelfingen und Untertürkheim
- T-Geld-Zahlung auf nächstes Jahr verschoben
- 40-Stunden-Woche ohne Ausgleich diskutiert
- Aktienkurs knapp über 52-Wochen-Tief
Fast 30 Prozent Kursverlust seit Jahresbeginn — und nun auch noch offener Konflikt mit der Belegschaft. Bei Mercedes-Benz spitzt sich die Lage zu.
IG Metall mobilisiert
Die IG Metall ruft die Beschäftigten im Südwesten Deutschlands für diesen Freitag zu Kundgebungen auf. Geplant sind Proteste in Sindelfingen und Untertürkheim sowie eine digitale Kundgebung. Der Vorwurf der Gewerkschaft ist klar: Die Sparmaßnahmen des Konzerns richteten sich einseitig gegen die Beschäftigten und stellten tarifliche Errungenschaften infrage.
Auslöser war ein internes Schreiben des Vorstands Ende vergangener Woche. Darin hieß es, die Kosten müssten weiter mit Hochdruck gesenkt werden. Die Lage in Deutschland sei trotz bisheriger Anstrengungen „dramatisch“.
Sonderzahlung verschoben, längere Arbeitszeit im Gespräch
Konkret hat Mercedes-Benz als Sofortmaßnahme entschieden, den sogenannten Transformationsbaustein — kurz T-Geld — zu verschieben. Rund 90.000 der etwa 108.000 deutschen Mitarbeiter erhalten die Zahlung nicht wie geplant im Juli 2026, sondern erst im kommenden Jahr. Das T-Geld entspricht 18,4 Prozent des individuellen Monatsentgelts und war ursprünglich mit der IG Metall ausgehandelt worden.
Parallel brachte Aufsichtsratschef Martin Brudermüller eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich ins Spiel. Auch das trifft auf Widerstand der Gewerkschaft.
Analysten halten Abstand
Die Aktie notiert bei 43,61 Euro — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 42,64 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 30 Prozent verloren. Kepler Cheuvreux senkte das Kursziel Ende Juni auf 48 Euro und behielt die „Hold“-Einstufung bei. Bernstein Research bleibt mit „Neutral“ und einem Kursziel von 61 Euro etwas optimistischer, betonte aber die wachsenden Risiken durch geopolitische Unsicherheiten und den Umbau zur Elektromobilität.
Am 28. Juli legt Mercedes-Benz die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann wird sich zeigen, ob die Sparmaßnahmen die Margen bereits stabilisieren — oder ob der Druck auf Kurs und Belegschaft weiter wächst.
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