Mercedes-Benz Aktie: Jahrestief trotz Elektro-Rekord

Der Absatz vollelektrischer Modelle wuchs um 52 Prozent, konnte den Rückgang in China und das weltweite Minus nicht ausgleichen.

Die Kernpunkte:
  • China-Verkäufe sanken um 31 Prozent
  • Weltweiter Absatz ging um sechs Prozent zurück
  • Elektroauto-Anteil erreichte 16,8 Prozent
  • Europa und Nordamerika legten außerhalb Chinas zu

Fast ein Drittel weniger Autos in China, und die Aktie rutscht auf den tiefsten Stand seit mindestens einem Jahr. Die Absatzzahlen für das dritte Quartal zeigen ein zweigeteiltes Bild: schwache Nachfrage in der Volksrepublik, Wachstum fast überall sonst.

China zieht die Bilanz nach unten

Mercedes-Benz verkaufte von Juli bis September weltweit 491.700 Pkw und Vans, sechs Prozent weniger als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vorquartal sank der Absatz um vier Prozent. Bei den reinen Pkw lag das Minus bei acht Prozent auf 407.200 Fahrzeuge.

Der Grund ist schnell benannt. In China brachen die Pkw-Verkäufe um 31 Prozent auf 86.800 Einheiten ein, im Luxussegment fiel das Minus mit gut einem Fünftel etwas milder aus. Schon in den Quartalen davor waren die China-Zahlen deutlich rückläufig. Die Aktie reagierte entsprechend mit Abgaben.

Hinzu kommt politischer Gegenwind: Berichte über mögliche EU-Importgrenzen für chinesische Fahrzeuge hatten zuvor noch für Rückenwind gesorgt, der China-Einbruch überlagert diesen Effekt nun.

Außerhalb Chinas läuft es

Ohne China sieht die Bilanz freundlicher aus. Bei Pkw und Vans verzeichnete der Konzern im Jahresvergleich ein Plus von zwei Prozent, getragen von Europa und Nordamerika. Vertriebsvorstand Mathias Geisen verwies darauf, dass dies das dritte Quartal in Folge mit steigendem Absatz außerhalb Chinas sei.

Europa blieb mit 167.800 Pkw (plus fünf Prozent) klar der größte Markt, vor China und den USA mit 75.300 Einheiten (plus sechs Prozent). Auf dem Heimatmarkt Deutschland legten die Pkw-Verkäufe sogar um 13 Prozent zu.

Elektroautos als Stütze

Vollelektrische Modelle machen inzwischen 16,8 Prozent des Absatzes aus, ihr Wachstum betrug 52 Prozent. Die neuen Modelle GLC, CLA, GLB und GLA mit Elektroantrieb sind laut Geisen in Europa für den Rest des Jahres ausverkauft. Die Auftragsbücher reichen bis ins kommende Jahr.

Um die Nachfrage zu bedienen, fahren die Werke in Bremen, Rastatt und Kecskemét im Dreischichtbetrieb. Der Elektro-Rekord kann den Einbruch in China allerdings nicht ausgleichen, wie die Kursreaktion zeigt.

Kurzfristig bleibt damit entscheidend, ob die Elektro-Modelle in Europa die Lücke aus China weiter verkleinern. Die ausverkauften Kontingente bis Jahresende sprechen zumindest für volle Werke im vierten Quartal.

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