Mercedes-Benz Aktie: Konsequenter Sparkurs

Mercedes-Benz schließt Standorte und kürzt die Dividende, um nach starken Gewinneinbrüchen die Profitabilität wiederherzustellen. Ein umfangreiches Sparkonzept soll die Wende bringen.

Die Kernpunkte:
  • Bereinigtes EBIT 2025 um fast 40 Prozent eingebrochen
  • Dividendenvorschlag deutlich auf 3,50 Euro reduziert
  • Aktienrückkaufprogramm über 2 Milliarden Euro läuft weiter
  • Über 40 neue Modelle bis 2027 für die Trendwende geplant

Nach fast 60 Jahren gehen in der Niederlassung Hilden heute die Lichter aus. Was lokal wie eine Randnotiz wirkt, ist für Aktionäre ein wichtiges Signal: Der Konzern macht beim Umbau ernst. Angesichts stark gefallener Gewinne und einer gekürzten Dividende stellt sich die Frage, ob diese schmerzhaften Einschnitte ausreichen, um die Profitabilität wieder auf Kurs zu bringen.

Die Schließung des Standorts an der Hülsenstraße zum heutigen Freitag ist kein isoliertes Ereignis. Sie ist symptomatisch für die globale Strategie der Stuttgarter, Vertriebsstrukturen zu straffen und Kosten zu senken. Während die 18 betroffenen Mitarbeiter ohne betriebsbedingte Kündigungen an andere Standorte wechseln, sendet das Management eine klare Botschaft an den Kapitalmarkt: Die Effizienzsteigerung hat Vorrang vor historisch gewachsenen Strukturen.

Harte Zahlen als Treiber

Der Druck auf das Management ist enorm. Die am 12. Februar veröffentlichten Jahreszahlen für 2025 offenbarten die tiefen Spuren, die das schwierige Marktumfeld in der Bilanz hinterlassen hat. Der Umsatz sank um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro. Noch deutlicher traf es das operative Ergebnis: Das bereinigte EBIT brach um knapp 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro ein.

Verantwortlich für diesen Rückgang waren vor allem die schwache Nachfrage in China, belastende Währungseffekte und US-Zölle. Dass das berichtete EBIT mit 5,8 Milliarden Euro noch tiefer ausfiel, liegt an hohen Restrukturierungskosten – Geld, das unter anderem für Maßnahmen wie die Neuordnung des Vertriebsnetzes aufgewendet wurde.

Die Aktie spiegelt diese Belastungen wider. Das Papier notiert aktuell bei 58,89 Euro und hat seit Jahresanfang rund 4,5 Prozent an Wert verloren. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von gut 62 Euro verdeutlicht die aktuelle Zurückhaltung der Investoren.

Dividende und Aktienrückkauf

Die operative Schwäche hat direkte Folgen für die Aktionäre. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 16. April 2026 eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vorschlagen – eine spürbare Kürzung gegenüber den 4,30 Euro des Vorjahres.

Um den Kurs dennoch zu stützen, setzt Mercedes-Benz parallel auf Aktienrückkäufe. Das im November 2025 gestartete Programm über bis zu zwei Milliarden Euro läuft weiter. Rund 1,7 Milliarden Euro stehen für das Jahr 2026 noch zur Verfügung, was den Kurs in volatilen Phasen stabilisieren könnte.

Die Fakten im Überblick

KennzahlWert
Aktueller Kurs58,89 €
Umsatz 2025132,2 Mrd. € (–9,2 %)
Bereinigtes EBIT 20258,2 Mrd. € (–39,9 %)
Nettogewinn 20255,3 Mrd. € (–48,8 %)
Dividende (Vorschlag)3,50 € (Vorjahr: 4,30 €)
KGV-Basis (ca.)~11
Neue Modelle bis 2027> 40

Trotz der aktuellen Talsohle blickt das Management optimistisch nach vorn. Eine breite Produktoffensive mit über 40 neuen Modellen bis 2027 soll die Wende bringen. Ein erstes positives Indiz ist die Auszeichnung des neuen CLA als „Car of the Year 2026“. Für das laufende Jahr stellt der Konzern ein EBIT „deutlich über“ dem Niveau von 2025 in Aussicht.

Die Schließung in Hilden markiert das Ende einer Ära, aber auch den notwendigen Beginn einer effizienteren Aufstellung. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob die Kosteneinsparungen von über 3,5 Milliarden Euro im laufenden Jahr ihre volle Wirkung entfalten und die Marge im Automobilgeschäft wieder in Richtung des zweistelligen Bereichs heben können. Die kommende Hauptversammlung im April wird zeigen, wie geduldig die Anleger den Umbau begleiten.

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