Mercedes-Benz Aktie: Kosten drücken das Jahresziel

Schwächere China-Aussichten und steigende Materialkosten drücken die Jahresziele, obwohl das dritte Quartal beim EBIT über den Erwartungen lag.

Die Kernpunkte:
  • Mercedes-Benz korrigiert mehrere Jahresziele nach unten
  • Cars-Margenprognose sinkt auf zwei bis drei Prozent
  • Quartals-EBIT übertrifft den Analystenkonsens
  • Industrie-Cashflow bleibt hinter Erwartungen zurück

Mercedes-Benz senkt die Prognose für 2026, und der Markt reagiert prompt. Die Aktie verliert im frühen Handel gut fünf Prozent und ist damit der schwächste Wert im ansonsten ruhigen DAX. Auslöser sind ein schwieriger werdendes Umfeld in China und höhere Kosten im Schlussquartal.

Was der Konzern ändert

Per Ad-hoc-Mitteilung korrigiert der Konzern gleich mehrere Ziele nach unten. Die bereinigte Umsatzrendite bei Mercedes-Benz Cars soll nur noch bei 2 bis 3 Prozent liegen, zuvor waren 3 bis 5 Prozent angepeilt. Das Konzern-EBIT erwartet der Vorstand nun auf Vorjahresniveau. Bisher hieß es: deutlich darüber.

Beim Free Cash Flow des Industriegeschäfts rechnet das Management mit einer knappen Unterschreitung der bisherigen Spanne („leicht unter Vorjahr“). Er soll nun deutlich unter dem Vorjahreswert landen. Neben China nennt der Konzern höhere Materialkosten als Belastung.

Unverändert bleiben die Ziele für Vans (Umsatzrendite 8 bis 10 Prozent) und Financial Services (Eigenkapitalrendite 12 bis 14 Prozent).

Drittes Quartal besser als gedacht

Die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal fallen überwiegend über den Erwartungen aus. Das Konzern-EBIT liegt bei 1,77 Milliarden Euro, der Konsens lag bei 1,6 Milliarden. Cars erreicht eine Marge von 2,5 Prozent, Vans 9,4 Prozent.

Auch Financial Services übertrifft mit 13,8 Prozent die Schätzungen deutlich. Eine Schwachstelle gibt es allerdings: Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts beträgt nur 172 Millionen Euro, erwartet worden waren 422 Millionen.

Die solide Quartalsbilanz hilft dem Kurs kaum. Anleger blicken auf die gekappte Jahresprognose, die implizit ein schwaches Schlussquartal einpreist. Die schwächere Cashflow-Entwicklung verstärkt diesen Eindruck.

Umfeld bleibt rau

Das Marktumfeld verschärft die Lage. Der Ölpreis verharrt mit Brent bei rund 116 Dollar je Fass auf sehr hohem Niveau, die Inflationsrisiken beschäftigen die Notenbanken. Zudem steht diese Woche eine Reihe geldpolitischer Entscheidungen an, darunter von Fed und EZB.

Mehr Details liefert Mercedes-Benz am 28. Oktober mit dem vollständigen Zwischenbericht zum dritten Quartal. Dann dürfte sich zeigen, wie der Vorstand die Kosten im Schlussquartal und die Lage in China im Einzelnen begründet.

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