Mercedes-Benz Aktie: Marge unter Druck
Rückläufige Verkäufe in China und vorsichtigere Kursziele prägen das Bild; Europas Elektroabsatz erreichte einen Quartalsrekord.

- Pkw-Absatz im dritten Quartal rückläufig
- China-Verkäufe sanken fast um ein Drittel
- Rekordabsatz vollelektrischer Neuwagen in Europa
- Kursziele der Analysten zwischen 42 und 70 Euro
Mercedes-Benz steckt in einer Gemengelage aus Absatzschwäche in China, Streit um Arbeitszeiten und gesenkten Kurszielen. Die Aktie notiert bei rund 40 Euro, direkt am Jahrestief. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf mehr als 30 Prozent.
Absatz: China bremst, Elektro läuft
Im dritten Quartal verkaufte der Konzern 407.200 Pkw, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptgrund ist China: Dort gingen nur noch 86.800 Fahrzeuge weg, fast ein Drittel weniger. Auch das Luxussegment mit S-Klasse, Maybach und AMG verlor gut ein Fünftel. Zuwächse in den USA und in Deutschland glichen das nicht aus.
Einen Lichtblick gibt es dennoch. Fast jeder dritte Neuwagen in Europa fuhr vollelektrisch, so viele E-Autos hat Mercedes in einem Quartal noch nie abgesetzt. Außerhalb Chinas wuchs der Absatz das dritte Quartal in Folge.
Analysten werden vorsichtiger
Die Marge rückt in den Mittelpunkt. RBC beließ die Einstufung auf „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 54 Euro. Analyst Tom Narayan erwartet, dass die Pkw-Marge im dritten Quartal unter der Jahresprognose von 3 bis 5 Prozent liegt. Citi senkte das Kursziel von 51 auf 42 Euro und rechnet ebenfalls mit einer schwachen Marge.
Die Deutsche Bank bleibt dagegen bei „Buy“ mit einem Ziel von 70 Euro. Das Analystenbild ist damit gespalten: Die Ziele reichen von 42 bis 70 Euro.
Streit um Arbeitszeiten, Rückkauf läuft
Daheim wächst der Druck. Das Management fordert eine Wochenarbeitszeit von 38 statt 35 Stunden ohne Lohnausgleich, sonst könnten zwei Werke schließen. Beschlossen ist nichts. Eine Sonderzahlung wurde verschoben, das Abfindungsprogramm läuft wieder an, und Vollzeitkräfte sollen bis zu vier Tage pro Woche im Büro arbeiten.
Parallel dazu kauft Mercedes eigene Aktien zurück, zuletzt allein in einer Woche 875.000 Stück. Insgesamt sind es bislang knapp 3,9 Millionen Papiere. Als Risiko gilt zudem die US-Debatte über chinesische Anteile am Konzern.
Chartbild bleibt angeschlagen
Die Aktie liegt unter der 50- und der 200-Tage-Linie, allein im letzten Monat fehlen fast 20 Prozent. Das Jahrestief liegt je nach Handelsplatz bei etwa 38,90 bis 40 Euro. Fällt diese Marke nachhaltig, fehlt im Chart ein belastbarer Halt. Erst die Rückeroberung beider Durchschnittslinien würde das Bild aufhellen.
Die nächste Weichenstellung kommt mit den Quartalszahlen am 28. Oktober. Dann zeigt sich, ob die Marge tatsächlich unter der Prognosespanne liegt.
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