Mercedes-Benz Aktie: Margendruck im Fokus

Vor der Quartalsbilanz warnen Analysten vor einem deutlichen Margenrückgang bei Mercedes-Benz, getrieben von schwacher China-Nachfrage und Preisdruck im Elektrosegment.

Die Kernpunkte:
  • Skeptische Analystenstimmen vor Quartalszahlen
  • Starke Nachfrageeinbrüche in China
  • Preisdruck belastet Elektroauto-Margen
  • Aktie notiert unter wichtiger 60-Euro-Marke

Kurz vor der Bilanzvorlage für das vierte Quartal 2025 wächst der Zweifel an der Ertragskraft von Mercedes-Benz. Mehrere große Häuser warnen vor einem deutlichen Rückgang der Profitabilität – ausgerechnet in einer Phase, in der die Bewertung auf den ersten Blick äußerst günstig wirkt. Die Spannung liegt damit klar auf dem Gegensatz zwischen attraktiven Kennzahlen und spürbaren operativen Bremsklötzen.

Analysten stellen Profitabilität infrage

Am Freitag rutschte die Aktie im XETRA-Handel unter die Marke von 60 Euro und beendete den Handel bei 58,82 Euro. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein leichtes Minus von rund 1,6 Prozent. Auslöser sind vor allem skeptische Einschätzungen zur Margenentwicklung im Schlussquartal 2025.

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Im Zentrum steht die Sorge, dass Mercedes-Benz mit den kommenden Zahlen unter den bisherigen Markterwartungen bleibt. JPMorgan hält zwar formal an einer positiven Einstufung („Overweight“) fest, warnt aber explizit vor einem Gewinneinbruch im vierten Quartal. Auch Bernstein Research hebt zwar das Kursziel leicht an, belässt die Einstufung aber bei „Market-Perform“ und rechnet ebenfalls mit einem Ergebnis unter Konsens.

Die Argumentation der Analysten ist klar umrissen:

  • Rückgang im hochmargigen Top-End-Segment
  • Deutlich schwächere Nachfrage in China, einem Schlüsselmarkt
  • Zunehmender Preisdruck durch Rabatte im Elektrosegment
  • Berichte über einen globalen Absatzrückgang von rund 9 % im Jahr 2025
  • Besonders belastend: Ein Einbruch um etwa 19 % in China

Diese Kombination aus Nachfragerückgang und Preiszugeständnissen trifft ausgerechnet jene Bereiche, die bislang als Ertragsanker galten. Kein Wunder, dass das Thema Marge nun im Mittelpunkt steht.

Bewertung günstig, kurzfristig aber Gegenwind

Fundamental wirkt die Aktie weiterhin preiswert. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über 5 und eine Dividendenrendite von rund 8 Prozent signalisieren eine günstige Bewertung im historischen und sektoralen Vergleich. Genau hier entsteht der Kernkonflikt: Die Kennzahlen sprechen für eine attraktive Substanz, die kurzfristigen Risiken bremsen jedoch die Fantasie.

Charttechnisch hat der Rutsch unter 60 Euro ein erstes Warnsignal geliefert. Mit dem Schlusskurs von 58,82 Euro liegt der Titel knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 60,30 Euro, was den jüngsten Abwärtstrend unterstreicht. Gleichzeitig notiert die Aktie aber noch spürbar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 54,77 Euro, der bislang als übergeordnete Unterstützung fungiert.

Einige technische Kennziffern zeichnen ein Bild moderaten Drucks:

  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 70,10 Euro: rund -16 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Tief von 47,05 Euro: rund +25 %
  • RSI (14 Tage) bei 36,3 – noch nicht überverkauft, aber im unteren neutralen Bereich
  • 30-Tage-Volatilität (annualisiert) knapp 72 % – erhöhte Schwankungsbreite

Damit signalisiert der Markt derzeit eher Skepsis als Panik: Die Aktie hat sich von ihren Hochs entfernt, bleibt aber klar über dem Jahrestief.

Entscheidender Termin im Februar

Der nächste große Prüfstein steht bereits fest: Am 12. Februar 2026 will Mercedes-Benz die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Dann wird sichtbar, wie stark die Margen tatsächlich unter dem schwächeren Absatz im Top-End-Segment und dem Druck im Elektrogeschäft gelitten haben.

Ebenfalls im Fokus stehen wird der Ausblick des Managements auf das Geschäftsjahr 2026. Entscheidend ist, ob das Unternehmen glaubhaft aufzeigen kann, wie es den Absatzrückgang – insbesondere in China – auffangen und die Profitabilität stabilisieren will. Gelingt hier eine überzeugende Perspektive, könnte die Diskrepanz zwischen günstiger Bewertung und operativen Sorgen kleiner werden; bleiben die Signale verhalten, dürfte der aktuelle Druck auf die Aktie anhalten.

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