Mercedes-Benz Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 40,14 Euro

US-Sonderregeln könnten Mercedes-Benz entlasten, während der Konzern in Deutschland Einsparungen anstrebt und neue Fahrzeuge vorbereitet.

Die Kernpunkte:
  • US-Sonderregelung für Mercedes-Benz noch offen
  • Betriebsvereinbarung ab 2027 geplant
  • Betriebsräte kündigen Widerstand gegen Werksschließungen an
  • VLE-Reichweite von über 700 Kilometern angekündigt

Ein drohendes Verkaufsverbot auf dem US-Markt könnte für Mercedes-Benz abgewendet werden. Gleichzeitig verschärft der Konzern seinen Sparkurs am Heimatstandort. An der Börse schloss die Aktie gestern bei 40,65 Euro, nachdem sie am selben Tag ein neues 52-Wochen-Tief von 40,14 Euro markiert hatte.

Mögliche Ausnahme von US-Restriktionen

Auslöser der politischen Unsicherheit ist ein US-Gesetzentwurf gegen Fahrzeuge mit Verbindungen nach China. Die Vorlage passierte im Juli den Handelsausschuss des Senats. Sie sieht vor, Unternehmen mit einem chinesischen Anteilseignerschnitt von mehr als 15 Prozent den Fahrzeugverkauf in den USA zu untersagen. Chinesische Investoren halten knapp 20 Prozent der Anteile an Mercedes-Benz, wenngleich rein passiv.

Laut Reuters laufen im US-Kongress intensive Verhandlungen über Sonderregelungen. Der republikanische Senator Bernie Moreno stellte klar, dass man Fahrzeuge der Marke in Amerika nicht verbieten werde. Senator Rand Paul dringt auf eine vollständige Ausnahme für den Autobauer. Offen bleibt nach Morenos Worten jedoch, ob der Konzern die Beteiligungsquote auf 15 Prozent senken könnte, ohne seine Marktstellung zu gefährden.

Scharfe Auseinandersetzung über Arbeitskosten

Abseits der geopolitischen Hürden ringt die Führung um Einsparungen im Inland. Mercedes-Benz plant ab dem 1. Januar 2027 eine neue Betriebsvereinbarung. Demnach sollen Führungskräfte für Vollzeitbeschäftigte bis zu vier Präsenztage pro Woche anordnen dürfen. Die Neuregelung steht allerdings unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die lokalen Betriebsräte.

Die Maßnahme ist Teil einer Produktivitätsoffensive, die auf Gewinneinbrüche im China-Geschäft und gestiegene US-Zölle folgt.

Auf Betriebsversammlungen drohte das Management zuletzt mit der Schließung von zwei deutschen Werken, sollten die Arbeitskosten nicht sinken. Die Arbeitnehmervertretung kündigte Widerstand gegen Werksschließungen an, signalisierte jedoch grundsätzliche Gesprächsbereitschaft.

Messestarts auf dem Pariser Autosalon

Trotz der Sparzwänge setzt der Autobauer auf eine Erneuerung seiner Flotte. Auf dem Pariser Autosalon vom 12. bis zum 18. Oktober plant das Unternehmen mehrere Neuvorstellungen. Gezeigt werden neben der neuen S-Klasse auch das elektrische Großraumfahrzeug VLE, für das der Hersteller eine Reichweite von mehr als 700 Kilometern in Aussicht stellt.

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