Mercedes-Benz Aktie: Neustart nach Gewinneinbruch
Nach einem Gewinneinbruch von fast 50 Prozent startet Mercedes-Benz eine umfassende Restrukturierung mit einer China-Strategie und einer großen Modelloffensive, um die Kosten zu senken und die Margen zu verbessern.

- Nettogewinn sank im Vorjahr auf 5,33 Milliarden Euro
- Mehr als 40 neue Modelle in den nächsten drei Jahren geplant
- Produktionskosten sollen bis 2027 um 10 Prozent sinken
- Dividende von 3,50 Euro je Aktie übertrifft Erwartungen
Ein Gewinneinbruch von fast 50 Prozent im abgelaufenen Jahr zwingt den Stuttgarter Premiumhersteller zum konsequenten Handeln. Während die Gewinnmargen durch den harten Wettbewerb in China und hohe Zollkosten zuletzt massiv unter Druck gerieten, baut Mercedes-Benz seine Strukturen nun weitreichend um. Mit einer beispiellosen Modelloffensive, Kapazitätsanpassungen und einer klaren Lokalisierungsstrategie soll der Konzern zurück in die Erfolgsspur finden.
Das schwierige Jahr 2025 hat in der Bilanz deutliche Spuren hinterlassen. Der Nettogewinn schrumpfte auf 5,33 Milliarden Euro, und die einst komfortable Pkw-Umsatzrendite fiel auf magere 5,0 Prozent. Verantwortlich für diese Entwicklung waren vor allem Zollkosten von über einer Milliarde US-Dollar sowie ein schmerzhafter Absatzrückgang von 19 Prozent im wichtigsten Einzelmarkt China. Diese fundamentalen Belastungen spiegeln sich auch am Kapitalmarkt wider: Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 10 Prozent eingebüßt und ging gestern bei 55,27 Euro aus dem Handel.
Radikalkur und neue China-Strategie
Um gegenzusteuern, ordnet das Management die weltweiten Kapazitäten neu. Im Fokus steht dabei besonders der asiatische Markt. Bis Mitte 2026 sollen mehr als 80 Prozent der in China verkauften Fahrzeuge direkt vor Ort produziert werden, um Kosten signifikant zu senken und agiler auf den lokalen Konkurrenzkampf zu reagieren.
Gleichzeitig baut der Konzern Überkapazitäten ab. Neben der bereits geplanten Schließung eines Werks in Mexiko bis Mai laufen derzeit Gespräche, um den südafrikanischen Standort East London künftig gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller GWM zu nutzen. Das übergeordnete Ziel dieser weitreichenden Maßnahmen ist es, die gesamten Produktionskosten je Fahrzeug bis zum Jahr 2027 um 10 Prozent zu drücken.
Aktionärsgeschenke und Modelloffensive
Doch reicht ein reines Sparprogramm aus, um im Premium-Segment Marktanteile zurückzugewinnen? Die Antwort aus Stuttgart ist eine Produktoffensive mit mehr als 40 neuen Modellen in den kommenden drei Jahren, beginnend mit den Auslieferungen neuer Elektro-SUVs ab Mitte März.
Trotz des herausfordernden Umfelds sendet das Unternehmen positive Signale an seine Investoren. Die vorgeschlagene Dividende von 3,50 Euro je Aktie fällt zwar niedriger aus als im Vorjahr, übertrifft jedoch die Erwartungen vieler Analysten deutlich. Flankiert wird dies von einem laufenden Aktienrückkaufprogramm, für das im Jahr 2026 noch bis zu 1,7 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Um ihre Stimmrechtsanteile unter der Schwelle von zehn Prozent zu halten, werden die Großaktionäre Geely und BAIC parallel zu den Rückkäufen anteilig eigene Aktien veräußern.
Für das laufende Jahr stellt das Management eine spürbare Verbesserung des operativen Ergebnisses in Aussicht, auch wenn eine Rückkehr zu zweistelligen Margen erst für 2027 angepeilt wird. Ob die eingeleiteten Kostensenkungen und die neue China-Strategie bereits erste greifbare Früchte tragen, wird sich zeitnah zeigen: Am 29. April präsentiert Mercedes-Benz die Ergebnisse für das erste Quartal, nachdem die Aktionäre am 16. April auf der Hauptversammlung über die Dividende abstimmen.
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