Mercedes-Benz Aktie: Operative Marge auf 4,1 Prozent halbiert

Mercedes-Benz plant neue Spargespräche mit Arbeitnehmervertretern, während die operative Marge im ersten Quartal deutlich fiel.

Die Kernpunkte:
  • Neue Sparverhandlungen mit Betriebsrat
  • Operative Marge fällt auf 4,1 Prozent
  • KI-Nutzung steigt auf 60 Prozent
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief bei 45 Euro

Mercedes-Benz will Kosten senken — und das spürbar. Der Stuttgarter Autokonzern plant formelle Verhandlungen mit den deutschen Arbeitnehmervertretungen über neue Sparmaßnahmen. Das Besondere: Diese Schritte sollen neben dem laufenden Tarifvertrag greifen, der betriebsbedingte Kündigungen in deutschen Fahrzeugwerken bis 2034 ausschließt.

Margen unter Druck

Der Handlungsbedarf ist real. Im ersten Quartal fiel die operative Marge im Automobilgeschäft auf 4,1 Prozent — nach 7,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das ist fast eine Halbierung. Allerdings lag das Ergebnis besser als erwartet. Die Gesamtprofitabilität bewegt sich noch im mittleren Bereich der Jahresprognose.

Personalvorständin Britta Seeger formulierte klar: Alle umsetzbaren Schritte in Deutschland müssen geprüft werden. Das klingt nach mehr als einer Routineübung.

KI als Hebel

Neben den Tarifverhandlungen setzt Mercedes-Benz auf Künstliche Intelligenz. Vor 18 Monaten nutzten 30 Prozent der Beschäftigten KI im Arbeitsalltag. Heute sind es 60 Prozent. Bis Jahresende peilt das Unternehmen 70 Prozent an. In einigen Bereichen ist KI bereits vollständig im Alltag integriert.

Das Ziel: Produktivität steigern, Kosten drücken — ohne Entlassungen.

Aktie nahe Jahrestief

Die Kursentwicklung spiegelt den Gegenwind wider. Seit Jahresanfang hat die Mercedes-Benz Aktie rund 27 Prozent verloren und notiert mit 45,08 Euro nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 43,99 Euro, das erst am 18. Juni erreicht wurde. Der RSI liegt bei 33,9 — ein Niveau, das technisch als überverkauft gilt.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet Mercedes-Benz eine schrittweise Erholung. Neue Modelle und bestehende Auftragsbestände sollen dabei helfen. Ob das reicht, hängt auch davon ab, wie schnell die Sparverhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern Ergebnisse liefern.

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