Mercedes-Benz Aktie: Sieben Milliarden gegen Zölle
Mercedes-Benz reagiert auf Handelszölle mit massiven US-Investitionen. Der Konzern will bis 2030 sieben Milliarden Dollar in seine US-Aktivitäten stecken, um die lokale Produktion auszubauen.

- Massive Investitionen in US-Werke bis 2030
- Zölle belasten Konzerngewinn um eine Milliarde Euro
- Dividende sinkt auf 3,50 Euro je Aktie
- Elektrische Modelle erhalten starke Marktresonanz
Mercedes-Benz dreht an einer großen Stellschraube: Sieben Milliarden US-Dollar fließen bis 2030 in die US-Aktivitäten des Konzerns — eine direkte Antwort auf den anhaltenden Handelsdruck. Wer in Amerika verkaufen will, soll künftig stärker in Amerika produzieren.
Vier Milliarden Dollar davon gehen an das Werk in Tuscaloosa, Alabama. Die Anlage ist seit 30 Jahren in Betrieb, fertigt die globale SUV-Palette des Konzerns und exportiert rund 60 Prozent ihrer Produktion. Künftig soll dort unter anderem die nächste Generation des GLC vom Band laufen. Das fünfmillionste in Tuscaloosa produzierte SUV wurde anlässlich der Investitionsankündigung bereits gefeiert.
Zölle als Auslöser — und offenes Risiko
Der Hintergrund der Entscheidung ist eindeutig: Im Februar hatte Mercedes offengelegt, dass der Konzernbetriebsgewinn um mehr als 50 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar eingebrochen war. Rund eine Milliarde Euro davon entfiel allein auf unerwartete Zollbelastungen.
Zwar erklärte der US-Supreme Court länderspezifische Zölle kürzlich für nichtig — die branchenspezifischen Abgaben für die Autoindustrie stehen jedoch auf einer anderen juristischen Grundlage und bleiben bestehen. Zusätzlich blockiert Brüssels Zögern bei der Ratifizierung eines transatlantischen Zolldeals die erhoffte Entlastung bei EU-Importzöllen für US-gefertigte Fahrzeuge. Die lokale Produktion auszubauen ist damit nicht nur Strategie, sondern Notwendigkeit.
Das Absatzfundament in den USA ist dabei solide: 2025 verkaufte Mercedes-Benz USA insgesamt 303.200 Fahrzeuge — ein Prozent mehr als im Vorjahr. Der GLE legte um 14 Prozent zu und erzielte sein bestes Verkaufsjahr überhaupt, der GLC wuchs um 20 Prozent. Mittelfristig peilt Stuttgart 400.000 Einheiten jährlich in Nordamerika an.
Hauptversammlung, Dividende und Q1-Zahlen
Für Aktionäre ist diese Woche terminreich. Am 16. April 2026 findet die Hauptversammlung statt — ausschließlich virtuell. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vor, 80 Cent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang spiegelt die schwächere Ertragslage wider. Ex-Dividende-Termin ist der 17. April, die Auszahlung folgt am 21. April. Das seit November 2025 laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu zwei Milliarden Euro läuft parallel weiter.
Für 2026 gibt sich das Management zuversichtlicher: Der Konzernumsatz soll auf Vorjahresniveau bleiben, das EBIT jedoch deutlich zulegen. Ein Kostensenkungsprogramm soll über 3,5 Milliarden Euro einsparen. Am 29. April werden die Zahlen zum ersten Quartal veröffentlicht — dann zeigt sich, ob die Effizienzmaßnahmen bereits greifen. Rückenwind kommt aus der Modellpalette: Der elektrische CLA wurde zum „Car of the Year 2026″ gewählt, der elektrische GLC verzeichnet laut Unternehmensangaben Bestellungen, die die eigenen Erwartungen deutlich übertreffen.
Mercedes-Benz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercedes-Benz-Analyse vom 6. April liefert die Antwort:
Die neusten Mercedes-Benz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercedes-Benz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Mercedes-Benz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




