Mercedes-Benz Aktie: Vorbestellungen für GLC EV gestartet
Mercedes-Benz öffnet die Orderbücher für den vollelektrischen GLC in China und will so die schwächelnde Aktie stützen.

- Vorbestellungen für E-GLC gestartet
- Einstiegspreis bei 349.000 Yuan
- Deutsche Hersteller mit Gewinneinbruch
- Aktie nahe Jahrestief notiert
Mercedes-Benz öffnet in China die Orderbücher für den neuen elektrischen GLC. Der Schritt trifft einen wunden Punkt: Im wichtigsten Elektroautomarkt muss der Konzern zeigen, dass Premium-Anspruch und Batterie-Offensive zusammenfinden. Für die Aktie kommt der Impuls zur rechten Zeit. Der Abwärtstrend bleibt intakt.
Neuer GLC EV zielt auf China
Die Vorbestellungen starteten am 5. Juni 2026. Der GLC EV basiert auf der dedizierten MB.EA-Plattform und wurde im April als GLC L EV vorgestellt. Mercedes will damit im hart umkämpften Mittelklasse-SUV-Segment sichtbarer werden.
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Der Einstiegspreis liegt bei 349.000 Yuan, umgerechnet rund 51.300 US-Dollar. Technisch setzt Mercedes auf eine 800-Volt-Architektur und einen großen MBUX Hyperscreen.
Der Bildschirm misst 39,1 Zoll. Dazu kommen ein vorderer Kofferraum mit 128 Litern und ein Ladevolumen im Heck von 570 Litern. Das Modell soll damit nicht nur als Technikträger wirken, sondern auch im Alltag überzeugen.
Der Kern der Nachricht liegt aber nicht im Innenraum. China ist für Premiumhersteller der Prüfstand für Elektromobilität. Wer dort bei E-SUVs nicht sichtbar ist, verliert schnell Anschluss an lokale Wettbewerber.
Deutsche Hersteller unter Druck
Der Marktstart fällt in eine schwächere Phase für deutsche Autobauer. Laut EY sank das operative Ergebnis deutscher Hersteller im ersten Quartal 2026 um 23 Prozent. Das unterstreicht, wie stark Margen, Nachfrage und Modellmix derzeit unter Druck stehen.
Für Mercedes zählt der GLC EV deshalb doppelt. Das Fahrzeug soll die Elektro-Palette stärken und zugleich zeigen, dass der Konzern im Premiumsegment auch gegen chinesische Anbieter bestehen kann. Genau dort entscheidet sich, ob die E-Strategie mehr Tempo bekommt.
Hinzu kommen politische Unsicherheiten. US-Gesetzesentwürfe, die den Einfluss chinesischer Automobilunternehmen begrenzen sollen, könnten wegen chinesischer Aktionäre bei Mercedes zu zusätzlichen Fragen führen. Das ist noch kein akutes operatives Problem, bleibt aber ein Thema für die Wahrnehmung des Konzerns.
Aktie bleibt technisch angeschlagen
Am Freitag schloss die Aktie bei 48,20 Euro, ein Tagesminus von 1,78 Prozent. Über sieben Tage summiert sich der Rückgang auf 7,43 Prozent.
Seit Jahresanfang steht ein Minus von 21,82 Prozent zu Buche, auf Jahressicht sind es 6,02 Prozent. Das Papier liegt nur 1,13 Prozent über dem jüngsten Tief. Kein Wunder, dass der China-Start genau beobachtet wird.
Zum Jahreshoch bei 62,30 Euro fehlen 22,63 Prozent. Auch die Trendlinien sprechen gegen die Aktie: Der Kurs notiert unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten.
Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 13,07 Prozent. Der RSI von 35,5 zeigt eine gedrückte Marktstimmung, ohne allein schon eine Trendwende zu liefern.
Der nächste Kurstreiber liegt nun im chinesischen Orderbuch. Je schneller Mercedes dort belastbare Nachfrage für den GLC EV sichtbar macht, desto eher kann der Elektrostart den Druck aus der Aktie nehmen; ohne klare Resonanz bleibt der Kurs nahe dem Tief technisch verwundbar.
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