Mercedes-Benz Aktie: Wachsende Skepsis?

Der Stuttgarter Autobauer hat seine Bilanz für 2025 vorgelegt – und die ist ernüchternd. Der Konzerngewinn halbierte sich, die Dividende sinkt, und China entwickelt sich vom Hoffnungsmarkt zur größten Baustelle. Mercedes-Benz reagiert mit einem drastischen Sparprogramm und der umfangreichsten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte.

Kerngeschäft unter massivem Druck

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Umsatz sank von 145,6 Milliarden auf 132,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT brach von 13,7 Milliarden auf 8,2 Milliarden Euro ein. Der Konzernnettogewinn ging um 48 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro zurück.

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Besonders schmerzhaft: Die bereinigte Umsatzrendite bei Mercedes-Benz Cars fiel auf 5,0 Prozent nach 8,1 Prozent im Vorjahr. Bei den Vans sank die Marge von 14,6 Prozent auf 10,2 Prozent. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Pkw rutschte von 71.000 auf 68.100 Euro.

Als Hauptbelastungsfaktoren nennt das Management neue Zölle in Höhe von rund 1,2 Milliarden US-Dollar, negative Wechselkurseffekte durch den starken Euro und den intensiven Wettbewerb in China. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts halbierte sich nahezu auf 5,4 Milliarden Euro.

China: Ein Drittel Absatz, massiver Rückgang

China bleibt zwar der wichtigste Einzelmarkt mit knapp einem Drittel der weltweiten Pkw-Verkäufe. Doch die Verkäufe brachen dort um 19 Prozent ein – ein zentraler Treiber der Gewinnkrise. Heimische Elektrofahrzeughersteller setzen Mercedes-Benz massiv unter Druck.

Einziger Lichtblick: Die Finanzsparte Financial Services steigerte ihr Ergebnis um knapp 12 Prozent.

Dividendenkürzung und paralleler Aktienrückkauf

Konsequenz der schwachen Zahlen: Die Dividende soll von 4,30 Euro auf 3,50 Euro je Aktie gesenkt werden. Parallel führt der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm fort. Zwischen November und Dezember 2025 flossen bereits 329 Millionen Euro in den Rückkauf eigener Aktien. Für 2026 sind weitere 1,7 Milliarden Euro vorgesehen.

Die Großaktionäre Beijing Automotive Group und Geely Group haben zugesagt, ihre Stimmrechte durch proportionale Andienung von Aktien unter der 10-Prozent-Schwelle zu halten.

Gegenstrategie: Kosten runter, China lokalisieren

Das Management verordnet dem Konzern eine harte Kur. Bis 2027 sollen die Produktionskosten pro Fahrzeug um 10 Prozent gegenüber 2024 sinken. Der strukturelle Stellenabbau verursacht Einmalkosten von 1,6 Milliarden Euro. Das Werk in Aguascalientes (Mexiko) wird bis Mai geschlossen – ein Verlust von rund 100.000 Einheiten Kapazität.

In China setzt Mercedes-Benz auf beschleunigte Lokalisierung. Bis Mitte 2026 sollen über 80 Prozent der dort verkauften Fahrzeuge aus lokaler Produktion stammen. Dies soll Kosten senken und die Marktreaktionsfähigkeit erhöhen.

40 neue Modelle in drei Jahren

Gleichzeitig startet die nach eigenen Angaben umfangreichste Produktoffensive der Unternehmensgeschichte. Mehr als 40 neue Modelle sollen in den nächsten drei Jahren auf den Markt kommen. In der ersten Jahreshälfte 2026 stehen Überarbeitungen der S-Klasse und des GLS an, gefolgt von neuen AMG-Modellen.

Das neue CLA-Modell wurde bereits als „Car of the Year 2026″ ausgezeichnet. Der Konzern verweist auf gut gefüllte Auftragsbücher für CLA, GLC und S-Klasse.

Ausblick: Erholung erst 2027

Für 2026 peilt Mercedes-Benz in der Pkw-Sparte lediglich eine bereinigte Umsatzrendite zwischen 3 und 5 Prozent an. Der Umsatz soll auf Vorjahresniveau bleiben, das Group-EBIT deutlich über dem Vorjahreswert liegen. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts wird leicht unter dem Niveau von 2025 erwartet.

Eine Rückkehr zu zweistelligen Margen stellt das Management erst für 2027 in Aussicht. Die Q1-Zahlen am 29. April werden zeigen, ob die Strategie aus China-Lokalisierung, Kapazitätsanpassung und Kostensenkung greift. Die Hauptversammlung am 16. April wird zunächst über die reduzierte Dividende entscheiden.

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