Mercer International Aktie: Schuldentausch-Poker!
Mercer meldet für das dritte Quartal einen Nettoverlust und plant einen Schuldentausch sowie eine Kapitalerhöhung.

- Nadelholzzellstoffpreise sollen moderat steigen
- Laubholzzellstoffpreise voraussichtlich weitgehend stabil
- Nettoverlust von 59,2 Millionen US-Dollar
- Schuldentausch über rund 1,1 Milliarden US-Dollar geplant
Mercer International erwartet für das Schlussquartal nur einen moderaten Anstieg der Preise für Nadelholzzellstoff. Als Grund nannte das Unternehmen am Donnerstag globale Angebotsengpässe; bei Laubholzzellstoff rechnet es dagegen mit weitgehend stabilen Preisen. Die Aktie legte am Freitag um 2,9% zu.
Schwache Nachfrage begrenzt den Ausblick
Auch bei Schnittholz erwartet Mercer eine weitgehend unveränderte Preisentwicklung. Nach Einschätzung des Unternehmens gleichen Angebotsbeschränkungen die schwache Nachfrage und saisonale Abschwächungen aus. Der Ausblick unterscheidet damit zwischen den einzelnen Produktgruppen: Nur für Nadelholzzellstoff stellt Mercer steigende Preise in Aussicht.
Die Quartalszahlen zeigen weiterhin Verluste. Im dritten Quartal 2026 lag das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei minus 2,9 Millionen $. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 59,2 Millionen $.
Mercer bezifferte die kumulierten Kosteneinsparungen aus dem Programm „One Goal One Hundred“ bis zum dritten Quartal auf rund 76,0 Millionen $. Für das Werk Peace River meldete das Unternehmen zudem rund 26,5 Millionen $ an Zuschüssen und rückzahlbaren Förderbeiträgen.
Kapitalplan mit Folgen für Aktionäre
Zur finanziellen Lage gehört die vor gut einer Woche angekündigte Restrukturierung mit Schuldentausch. Der Plan sieht vor, Anleihen über rund 1,1 Milliarden $ in Eigenkapital umzuwandeln. Eine vollständig abgesicherte Bezugsrechtsemission soll einen Mittelzufluss von 400 Millionen $ ermöglichen.
Bei Wirksamwerden des Plans sollen die bestehenden Stammaktien eingezogen werden. Für deren Inhaber sind ungefähr 8,5 Prozent der neuen Stammaktien sowie 3,5 Prozent der neuen wandelbaren Vorzugsaktien vorgesehen.
Die Restrukturierungsvereinbarung nennt den 9. November 2026 als spätesten Termin für die Einleitung der geplanten vorbereiteten Chapter-11-Verfahren. Diese sollen Mercer International und die nicht operativ tätige Tochtergesellschaft Mercer International (Texas) LLC betreffen.
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