Mercer International Aktie: TD senkt Ziel auf 0,15 Dollar
Mercer International verzeichnet leichte Kursgewinne, kämpft aber mit hohen Verlusten und Schulden. Restrukturierung und Berater sollen Liquidität sichern.

- Aktie erholt sich leicht
- Quartalsverlust von 76 Millionen Dollar
- Kursziele deutlich gesenkt
- Großaktionär kauft Aktien
Die Aktie von Mercer International verzeichnete am heutigen Montag eine leichte Erholung. Das Papier stieg um 3,6 % und notierte bei einem Kurs von 0,4168 €. Diese Aufwärtsbewegung erfolgt jedoch vor dem Hintergrund einer massiven Abwärtstendenz im laufenden Jahr, in dem der Wert seit Jahresbeginn um -75 % eingebrochen ist.
Quartalszahlen belasten die Bilanz erheblich
Der Konzern kämpft derzeit mit einer schwierigen Ertragslage. Am 6. August meldete das Unternehmen für das zweite Quartal 2026 ein negatives operatives EBITDA von 21,0 Millionen Dollar. Unter dem Schussstrich stand ein Nettoverlust von 76,0 Millionen Dollar, was einem Fehlbetrag von 1,13 Dollar je Aktie entspricht. Vor allem steigende Faserkosten in Europa belasteten das Ergebnis in diesem Zeitraum deutlich.
Neben den hohen Rohstoffpreisen drückte eine nicht zahlungswirksame Wertminderung des Inventars in Höhe von 29,0 Millionen Dollar auf das Resultat. Diese Abschreibung betraf primär Zellstoff- und Faserbestände. Am Standort Torgau hat Mercer International zudem eine operative Umstrukturierung eingeleitet, um die Kapazitäten und das Profil des Werks an die veränderten Marktbedingungen anzupassen.
Strategische Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität
Um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten, hat das Unternehmen Berater engagiert. Gemeinsam mit wichtigen Stakeholdern werden strategische Alternativen geprüft, um die anstehenden Fälligkeiten von Schulden zu bewältigen. Dies schließt Gespräche mit Inhabern von vorrangigen Anleihen ein, die in den Jahren 2028 und 2029 auslaufen. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Liquidität und eine Stärkung der Kapitalstruktur.
Im Rahmen des Kostensenkungsprogramms „One Goal One Hundred“ konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben bislang Einsparungen in Höhe von 54,0 Millionen Dollar erzielen. Dennoch reagierten Experten am 10. August mit deutlichen Kurszielanpassungen auf die jüngsten Entwicklungen.
Die Analysten von TD senkten ihr Ziel von 0,40 Dollar auf nur noch 0,15 Dollar. Auch bei CIBC wurde das Kursziel reduziert, von zuvor 1,00 Dollar auf 0,75 Dollar, wobei die Einstufung auf „Neutral“ belassen wurde.
Trotz des Kursverfalls gab es im Juni nennenswerte Käufe aus dem Kreis der Großaktionäre. Peter R. Kellogg erwarb in einer Serie von Transaktionen am freien Markt insgesamt rund 1,4 Millionen Aktien.
Diese Käufe fanden zu Durchschnittspreisen zwischen 0,79 und 0,91 Dollar statt. Während Insiderkäufe oft als Vertrauensbeweis gewertet werden, bleibt die Lage für den Konzern angesichts der laufenden Restrukturierung und der Verschuldungssituation herausfordernd.
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