Merck Aktie: 11,3-Milliarden-Deal mit Bio-Techne

Merck kauft den US-Spezialisten Bio-Techne für 11,3 Milliarden Dollar. Der Deal wird teils fremdfinanziert und soll das Life-Science-Geschäft stärken.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenschwere Bio-Techne-Übernahme
  • Kreditfinanzierung des Großdeals
  • Aktie legt nach Ankündigung zu
  • CEO Beckmanns erster Coup

Merck wagt den nächsten Großangriff im Life-Science-Geschäft. Der Darmstädter Konzern übernimmt den US-Spezialisten Bio-Techne für rund 11,3 Milliarden Dollar. Rund 9,9 Milliarden Euro muss Merck dafür stemmen. Das ist die größte Übernahme seit Sigma-Aldrich vor elf Jahren.

Die Aktionäre von Bio-Techne erhalten 73 Dollar je Aktie in bar – eine Prämie von 36 Prozent zum Durchschnittskurs der letzten vier Wochen. Das Unternehmen aus Minneapolis stellt Proteine, Antikörper und Instrumente für die Zell- und Gentherapie her. Mit über 3.000 Mitarbeitern setzte es zuletzt mehr als 1,2 Milliarden Dollar um.

Ein Deal zum Einstand

Es ist der erste große Coup von CEO Kai Beckmann. Seit dem 1. Mai führt er den Konzern. Und er setzt gleich ein Zeichen: Merck will im Life-Science-Geschäft eine Liga aufsteigen.

Die Anleger sind überzeugt. Die Aktie legte am Donnerstag um 4,3 Prozent auf 146,00 Euro zu. Jahresplus: 19,6 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 147,65 Euro ist nur noch einen Schritt entfernt. Der RSI von 74,6 zeigt: Das Momentum ist stark, die Aktie aber auch überkauft.

Kredit statt Cash

Die Finanzierung ist ambitioniert. Merck verfügt über Barmittel von rund 2,74 Milliarden Euro. Den Rest muss der Konzern über Kredite stemmen. Das Ziel: das Investment-Grade-Rating erhalten. Ab dem dritten Jahr sollen jährliche Kostensynergien von rund 140 Millionen Euro fließen.

Analysten zeigen sich verhalten optimistisch. Jefferies stuft Merck auf „Hold“ ein, Kursziel: 129 Euro. Die Stärkung des Portfolios sei positiv, doch die Integration und die Schuldenlast bleiben Risiken.

Der Vollzug hängt von den Bio-Techne-Aktionären und den Kartellbehörden ab. Merck rechnet mit Ende 2026 oder Anfang 2027. Bis dahin steht vor allem eine Frage im Raum: Wie schnell kann der Konzern seine Schulden wieder drücken?

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