Merck Aktie: Lonza schnappt sich die US-Lohnfertigung
Lonza übernimmt Mercks US-Auftragsfertigung für einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag; der Abschluss ist für Mitte 2027 vorgesehen.

- Fünf US-Standorte wechseln zu Lonza
- Rund 1.100 Beschäftigte gehören zum Paket
- Abschluss für Mitte 2027 vorgesehen
- BioReliance bleibt Teil von Merck
Merck trennt sich von seinem US-Auftragsfertigungsgeschäft. Der Darmstädter Konzern verkauft die CDMO-Sparte der Life-Science-Sparte an den Schweizer Konkurrenten Lonza, eine verbindliche Vereinbarung ist unterzeichnet. Es ist ein weiterer Baustein im Konzernumbau unter Chef Kai Beckmann.
Fünf Standorte, rund 1.100 Beschäftigte
Lonza zahlt einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Zum Paket gehören die CDMO-Aktivitäten in Carlsbad in Kalifornien, Madison und Verona in Wisconsin sowie Indianapolis in Indiana. Hinzu kommt die CDMO-Biokonjugation in St. Louis, Missouri. Rund 1.100 Menschen arbeiten an diesen Standorten.
Der Abschluss ist für Mitte 2027 geplant. Er steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen und weiterer Vollzugsbedingungen. Bis dahin läuft das Geschäft im Life-Science-Bereich von Merck weiter.
Nicht Teil des Deals sind die BioReliance Contract Testing Services. Sie bleiben im Life-Science-Portfolio.
Strategie: Innovation statt Auftragsfertigung
Merck will den Life-Science-Bereich schärfer ausrichten und sich auf innovationsgetriebene Geschäfte mit hohem Wertschöpfungspotenzial konzentrieren. Beckmann sprach von einem weiteren wichtigen Schritt der mittel- bis langfristigen Agenda, die der Konzern im Mai vorgestellt hatte. Life-Science-Chef Jean-Charles Wirth betonte, ein konzentriertes Portfolio erlaube gezieltere Investitionen in Technologien und Fähigkeiten.
Lieferant bleibt Merck dennoch. Pharma-, Biotech- und CDMO-Kunden, darunter Lonza selbst, will der Konzern weiter mit Verbrauchsmaterialien, Technologien und Dienstleistungen beliefern.
Der Verkauf passt zu einem Konzern, der sein Portfolio gerade umbaut. Im Juni hatte Merck zur Stärkung der Laborsparte die Übernahme des US-Analysespezialisten Bio-Techne vereinbart, Volumen: mehr als 11 Milliarden US-Dollar. Die Richtung ist damit erkennbar: weg von der Lohnfertigung, hin zu Technologien und Verbrauchsmaterialien.
Lonza wächst in den USA
Für Lonza ist der Zukauf ein Ausbau in einem Schlüsselmarkt. Die Zahl der US-Standorte steigt von vier auf neun, zudem gewinnt das Unternehmen Kapazitäten in Wachstumsbereichen. Lonza bestätigte seine Prognose für das laufende Jahr und die mittelfristigen Ziele.
Konkrete Aussagen zu Ergebniseffekten für Merck machte der Konzern nicht. Maßgeblich für die weitere Bewertung dürfte der Vollzug Mitte 2027 sein, ab dem die Standorte aus der Merck-Bilanz ausscheiden.
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