Merck beißt weiterhin auf Granit

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA hat trotz intensiven Werbens um den US- Halbleiterzulieferer Versum keine Chance.

Das Unternehmen aus  Arizona gab heute in einer Erklärung bekannt, dass man das Angebot der Darmstädter von 48 US-Dollar pro Aktie ablehnt und bekräftigte erneut die geplante Zusammenlegung mit Entegris. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Seifi Ghasemi, sagte: „Der Verwaltungsrat von Versum hält an seiner Analyse fest, dass der unaufgeforderte Vorschlag von Merck für Versum kein überlegener Vorschlag ist. Wir sind der Meinung, dass der Kommentar von Merck bezüglich seines Vorschlags irreführend ist, unsere unabhängigen Finanzanalysen falsch kennzeichnet und eine reine Aktien-Fusion von Gleichen mit einer Änderung der Kontrolltransaktion verwechselt.“

Gestern noch hatte sich Merck-Vorstandschef Stefan Oschmann optimistisch gezeigt, dass sich sein Unternehmen gegen die Konkurrenz durchsetzt. “Unser Angebot von 48 Dollar je Versum-Aktie ist überlegen.” Doch diese Hoffnungen zerstörten die Amerikaner heute erneut.

Es läuft rund bei Merck

Denn eigentlich läuft es rund bei Merck. Das Laborgeschäft ist in den vergangenen Monaten stark gewachsen. Und auch die Zahlen der Medikamente etwa gegen Unfruchtbarkeit oder Diabetes können sich sehen lassen. Allerdings ziehen die Währungseffekte das Ergebnis etwas nach unten und auch die bekannten „Hits“ gegen Krebs und Multiple Sklerose verloren an Umsatz. Doch die selbst gesteckten Ziele für 2018 wurden klar erreicht.

„2018 war für Merck ein Jahr des Übergangs und der Investitionen. Wir haben in einem dynamischen Marktumfeld ein solides Ergebnis erzielt und unsere selbst gesteckten finanziellen Ziele erreicht. Zugleich haben wir die strategische Neuausrichtung von Merck auf innovationsgetriebene Geschäfte weiter vorangetrieben. Durch den Verkauf von Consumer Health haben wir zudem unsere Verschuldung deutlich gesenkt. Unser Ziel für 2019 ist klar: Wir wollen bei den wichtigsten Kennzahlen, wieder nachhaltig wachsen“, sagte Oschmann gestern bei der Bilanzvorlage. Nur bei Versum kommt man anscheinend nicht zum Zug.

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