Meta Aktie: 12,7 Milliarden US-Dollar garantiert

Meta beendet zentrale US-Rechtsstreitigkeiten mit Zahlungen und neuen Jugendschutzregeln, während die Aktie seit Jahresbeginn 11 Prozent verliert.

Die Kernpunkte:
  • Vergleich mit 48 US-Bundesstaaten
  • Bis zu 18 Milliarden Dollar Zahlungen
  • Zwei Stunden tägliche Nutzung für Minderjährige
  • Meta-Aktie seit Jahresbeginn elf Prozent schwächer

Der Technologiekonzern Meta hat gestern einen weitreichenden Vergleich mit fast allen US-Bundesstaaten erzielt, um langjährige Rechtsstreitigkeiten über die Auswirkungen seiner Plattformen auf Kinder und Jugendliche beizulegen.

Die Einigung sieht Zahlungen in Höhe von insgesamt bis zu 18 Milliarden US-Dollar vor. Damit reagiert das Unternehmen auf schwere Vorwürfe, wonach Facebook und Instagram gezielt Funktionen eingesetzt hätten, die das Suchtpotenzial bei Minderjährigen fördern und deren psychische Gesundheit gefährden.

Finanzielle Details und Zahlungsmodalitäten

Die Struktur des Vergleichs ist komplex und über einen Zeitraum von zehn Jahren angelegt. Ein Betrag von 12,7 Milliarden US-Dollar gilt als garantiert und wird in jährlichen Raten an die beteiligten 48 Bundesstaaten sowie weitere US-Territorien fließen.

Allein der Bundesstaat Texas erhält im Rahmen einer separaten Einigung mehr als eine Milliarde US-Dollar, die vorrangig in die psychische Gesundheitsvorsorge für Jugendliche investiert werden sollen.

Weitere 5,3 Milliarden US-Dollar der Gesamtsumme sind an Bedingungen geknüpft. Dieser Betrag wird Medienberichten zufolge nur dann fällig, wenn auch Wettbewerber wie TikTok oder YouTube ähnliche Sicherheitsstandards übernehmen, wie sie nun für Meta festgelegt wurden.

Richterin Yvonne Gonzalez Rogers hat den Vergleich am Freitag bereits teilweise formell bestätigt. Trotz der Rekordsumme bestreitet Meta weiterhin jegliches Fehlverhalten. Im Kontext des operativen Gewinns, der im vergangenen Jahr bei 83 Milliarden US-Dollar lag, erscheint die jährliche Belastung durch den Vergleich für den Konzern finanziell tragbar.

Tiefgreifende Änderungen für junge Nutzer

Über die finanziellen Zahlungen hinaus verpflichtet sich Meta zu umfassenden technischen Anpassungen seiner Dienste in den USA. Für Nutzer unter 18 Jahren wird standardmäßig ein tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden eingeführt.

Zudem soll zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens eine automatische Nachtsperre den Zugriff auf die Feeds blockieren. Während der Schulzeit, konkret zwischen 8 und 15 Uhr, werden Push-Benachrichtigungen stummgeschaltet, um Ablenkungen im Unterricht zu minimieren.

Zusätzlich zu diesen Zeitbeschränkungen wird Meta die öffentliche Anzeige von „Like“-Zahlen für Minderjährige verbergen und sogenannte Schönheitsfilter deaktivieren. Ein wesentlicher Punkt der Einigung ist zudem die Einführung einer Option für einen nicht-personalisierten Feed, der nicht auf den herkömmlichen Algorithmen basiert.

Ein unabhängiger Compliance-Monitor wird die Umsetzung dieser Auflagen überwachen. Kritiker, darunter Experten von Amnesty International, fordern jedoch bereits eine globale Ausweitung dieser Schutzmaßnahmen, da die aktuelle Einigung rechtlich nur für die Vereinigten Staaten bindend ist.

Einordnung für Anleger

Für die Aktionäre bedeutet der Vergleich vor allem ein Ende der Rechtsunsicherheit in diesem zentralen Klagekomplex. Die Aktie von Meta schloss am Freitag bei einem Kurs von 498,70 Euro.

Trotz der nun erzielten Einigung bleibt die Performance im laufenden Jahr gedämpft; seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 11 Prozent. Damit notiert der Wert aktuell 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 672,70 Euro, das im September des vergangenen Jahres markiert wurde.

Die Marktteilnehmer beobachten nun genau, ob die neuen Beschränkungen für Jugendliche die Verweildauer und damit die Werbeeinnahmen signifikant beeinflussen werden. Vor rund einem Monat hatte die Kooperation mit BlackRock beim Ausbau von Rechenzentren für kurzzeitige Impulse gesorgt, konnte den Abwärtstrend seither jedoch nicht nachhaltig brechen.

Analysten bewerten die aktuelle Einigung überwiegend als notwendigen Schritt, um den Fokus wieder auf das Kerngeschäft und die Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu lenken, auch wenn die strengeren Altersverifikationsprozesse neue Herausforderungen beim Datenschutz mit sich bringen könnten.

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