Meta Aktie: 135 Milliarden Dollar für KI 2026
Meta baut mit Reliance das größte KI-Rechenzentrum in Indien, plant Rekordausgaben von 135 Mrd. Dollar und kämpft mit EU-Regulierung.

- Gemeinsamer KI-Campus in Gujarat
- Rekordinvestitionen von 135 Milliarden Dollar
- EU-Konflikt um WhatsApp-Zugang
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
Meta baut in Indien das größte KI-Rechenzentrum seiner Geschichte — und steht gleichzeitig in Europa unter Druck. Die Aktie verlor am Freitag leicht auf 488,65 Euro. Das ist nur die Oberfläche einer deutlich komplizierteren Geschichte.
Hyperscale-Campus in Gujarat
Im Zentrum steht ein Joint Venture mit Reliance Industries. Gemeinsam bauen beide Konzerne einen KI-Rechenzentrum-Campus in Jamnagar, Gujarat. Die Anlage soll eine Anfangskapazität von 168 MW haben. Reliance übernimmt Planung, Bau und Betrieb.
Der Standort ist kein Zufall. Jamnagar liegt an Unterseekabeln, hat Zugang zu Jios Glasfasernetz und nutzt entsalztes Meerwasser zur Kühlung. Indiens gesamte Rechenzentrums-Kapazität soll bis 2035 von 1,5 GW auf rund 14 GW wachsen. Meta will früh dabei sein.
Für die Stromversorgung hat Meta in Indien bereits 1 GW erneuerbare Energie gesichert — 837 MW über CleanMax, weitere 88 MW über Fourth Partner Energy. Seit 2020 deckt Meta seinen weltweiten Strombedarf zu 100 Prozent mit erneuerbaren Quellen. Diesen Standard will der Konzern auch in Indien halten.
Investitionen auf Rekordhöhe
Das Jamnagar-Projekt passt in ein größeres Bild. Meta plant für 2026 ein KI-Investitionsbudget von 135 Milliarden US-Dollar. Das entspricht den gesamten Ausgaben der drei vorangegangenen Jahre zusammen. Das Management bezeichnet 2026 als das Jahr, in dem KI interne Abläufe und Produkte grundlegend verändern soll.
Finanziert wird das unter anderem durch einen harten Sparkurs. Meta streicht rund 10 Prozent der Belegschaft — 8.000 Stellen fallen weg. Tausende weitere Positionen außerhalb des KI-Bereichs bleiben schlicht unbesetzt.
Regulierung und Datenschutz als Gegenwind
In Europa läuft die Uhr. Bis zum 15. Juni 2026 muss Meta einer EU-Anordnung nachkommen: Konkurrierende KI-Chatbots sollen kostenlosen Zugang zur WhatsApp Business API erhalten. Die Kommission will verhindern, dass Drittanbieter dauerhaft vom Markt ausgesperrt werden. Meta kündigt Widerspruch an und spricht von regulatorischer Übergriffigkeit.
Hinzu kommt eine neue Datenschutzkontroverse. Interne Dokumente deuten darauf hin, dass Meta Gesichtserkennung in seine Smart-Glasses-App integriert hat. Die Funktion namens „NameTag“ ist noch nicht öffentlich verfügbar, soll aber digitale Gesichtsprofile anlegen. Digitalrechtsgruppen haben bereits Kritik geäußert.
Technisches Bild bleibt angespannt
Die Aktie notiert rund 28 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 677,80 Euro aus dem Juli 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 12 Prozent. Der RSI liegt bei 35,1 — das deutet auf überverkauftes Terrain hin. Kurs, 50-Tage- und 200-Tage-Durchschnitt zeigen alle in dieselbe Richtung: nach unten.
Das Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 452,10 Euro beträgt noch gut 8 Prozent. Ob der Indien-Deal als Kurstreiber reicht, hängt davon ab, wie schnell das Projekt Gestalt annimmt — und ob Meta den EU-Konflikt ohne größere Auflagen übersteht.
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