Meta Aktie: 50 Milliarden für Hyperion
Meta investiert über 50 Milliarden Dollar in das KI-Rechenzentrum Hyperion. Analysten bleiben trotz steigender Kosten optimistisch.

- Hyperion-Projekt auf fünf Gigawatt erweitert
- Investitionssumme steigt auf über 50 Milliarden
- Louisiana gewährt Steuerbefreiung für 20 Jahre
- Instagram-Nutzerwachstum stützt Aktienbewertung
Ein einziges Rechenzentrum, mehr als 50 Milliarden Dollar Baukosten – und noch immer keine belegte Kapitalrendite. Meta treibt sein KI-Großprojekt Hyperion in Louisiana auf eine Dimension, die selbst im aufgeheizten Wettrüsten der Hyperscaler auffällt. Die Kalkulation von vor wenigen Monaten ist damit schon wieder Geschichte.
Von zwei auf fünf Gigawatt
Der Umfang des Projekts hat sich seit dem Baustart im Dezember 2024 mehrfach verändert. Ursprünglich veranschlagte Meta rund 10 Milliarden Dollar für die Anlage im ländlichen Richland Parish.
Im Oktober vergangenen Jahres gründete der Konzern zusammen mit Blue Owl Capital ein Gemeinschaftsunternehmen über 27 Milliarden Dollar – damals noch für eine auf zwei Gigawatt ausgelegte Anlage.
Mit dem aktuellen Ausbau wächst Hyperion nun auf fünf Gigawatt, die Investitionssumme steigt auf über 50 Milliarden Dollar. Einen Finanzpartner für die Erweiterung nennt Meta bislang nicht.
Steuervorteile aus Baton Rouge
Dass Louisiana zum bevorzugten Standort wurde, hat auch politische Gründe. Ende 2024 unterzeichnete Gouverneur Jeff Landry ein Gesetz, das Rechenzentren, die vor 2029 gebaut werden, für 20 Jahre von der Umsatzsteuer befreit – ein Vorstoß, der gezielt darauf zielte, Meta ins Land zu holen.
Der Konzern trägt im Gegenzug sämtliche Energie-, Wasser- und Infrastrukturkosten selbst, zusätzlich fließt mehr als eine Milliarde Dollar in lokale Straßen- und Wasserprojekte. Seit Baubeginn erhielten ansässige Unternehmen laut Meta bereits Aufträge im Wert von 1,6 Milliarden Dollar.
Analysten bleiben trotz steigender Kosten optimistisch
Während die Ausbaupläne wachsen, hält die Wall Street an ihrer positiven Einschätzung fest:
- Citizens: Kursziel 800 Dollar (zuvor 825 Dollar), Begründung ist das anhaltende Nutzerwachstum bei Instagram
- BofA Securities: Kaufempfehlung, Verweis auf Custom-Chips und Kapazitätsausbau
- Piper Sandler: Übergewichten, Top-Pick unter den Large-Cap-Techwerten
- Wolfe Research: Capex-Schätzung für 2027 auf 220 Milliarden Dollar angehoben
- Benchmark: neutral, wartet nach den durchgesickerten Investitionsplänen weitere Klarheit ab
Instagram liefert dabei den fundamentalen Rückhalt für die Bewertung: Weltweit wuchs die Nutzungsdauer im Juni bereits den 13. Monat in Folge zweistellig, in den USA bremste sich das Tempo dagegen deutlich ab.
Ergänzend sickerte zuletzt ein internes Memo durch: Meta will die Rechenkapazität in diesem Jahr auf sieben Gigawatt ausbauen und 2027 auf 14 Gigawatt verdoppeln. Die Ausgaben für KI-Infrastruktur könnten damit 2026 auf bis zu 145 Milliarden Dollar steigen. Im September soll außerdem der selbst entwickelte KI-Chip Iris in Produktion gehen – Teil einer Chip-Serie, mit der sich der Konzern unabhängiger von Nvidia und AMD machen will.
Kurs zwischen Euphorie und erster Ernüchterung
Anleger honorierten das Tempo zuletzt deutlich: Nach der Vorstellung zweier neuer KI-Modelle unter KI-Chef Alexandr Wang legte die Aktie in der vergangenen Woche um rund 11 Prozent zu. Am Montag bröckelte die Euphorie etwas ab, im vorbörslichen Handel gab das Papier auf 664,15 Dollar nach.
Der nächste konkrete Prüfstein ist absehbar: Findet Meta für den erweiterten Ausbau einen Finanzpartner – wie im Oktober mit Blue Owl Capital – und hält der Konzern am Ziel fest, bis 2030 zwei Gigawatt der Anlage ans Netz zu bringen? Beide Punkte entscheiden mit darüber, ob die Milliardenwette strukturiert finanziert bleibt oder zunehmend aus eigener Kraft gestemmt werden muss.
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