Meta Aktie: Atomkraft für KI

Meta schließt langfristige Atomstrom-Deals für seinen KI-Supercluster, während chinesische Behörden die Übernahme des KI-Start-ups Manus untersuchen. Die hohen Infrastrukturinvestitionen spalten Analysten.

Die Kernpunkte:
  • Langfristige Atomstrom-Verträge für KI-Rechenzentren
  • China untersucht Übernahme des KI-Start-ups Manus
  • Massive Investitionen in KI-Infrastruktur geplant
  • Börsenkurse der Partnerunternehmen steigen deutlich

Meta setzt bei seiner KI-Offensive auf eine bisher ungewohnte Partnerschaft: Atomstrom soll die gigantischen Rechenzentren der nächsten Generation antreiben. Gleichzeitig wächst der politische Widerstand – vor allem aus China, wo die jüngste KI-Übernahme des Konzerns ins Visier der Behörden gerät. Der Konzern steht damit exemplarisch für den neuen Wettbewerb um Rechenleistung, Technologiehoheit und Regulierung.

Atomdeals für den Prometheus-Supercluster

Im Zentrum steht Metas geplanter „Prometheus“-Supercluster, ein Hochleistungsrechenzentrum im US-Bundesstaat Ohio. Um dessen Energiehunger langfristig zu sichern, hat Meta Vereinbarungen mit drei Atomstrom-Anbietern geschlossen: Vistra, TerraPower und Oklo.

Nach Unternehmensangaben sollen die Deals bis 2035 rund 6,6 Gigawatt Leistung erschließen – mehr, als der gesamte US-Bundesstaat New Hampshire aktuell verbraucht. Der Kern der Vereinbarungen:

  • Vistra: Meta beteiligt sich an der Finanzierung von Atomkraftwerken in Ohio und Pennsylvania. Ziel ist, deren Laufzeiten zu verlängern und die Stromproduktion zu erhöhen.
  • TerraPower: Meta unterstützt zwei Projekte, die ab 2032 Strom liefern sollen. Zusätzlich wurden Optionen auf bis zu sechs weitere Projekte bis 2035 vereinbart.
  • Oklo: In Pike County, Ohio, soll bis 2030 ein Campus mit fortschrittlicher Nukleartechnologie entstehen, der ebenfalls Energie für Metas Recheninfrastruktur liefern soll.

Die unmittelbare Börsenreaktion fiel vor allem bei den Partnern aus: Vistra legte nach der Ankündigung zweistellig zu, Oklo verzeichnete ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich. Bemerkenswert am Rand: OpenAI-Chef Sam Altman hält rund 4,3 % an Oklo – ein Paket im Wert von etwa 650 Millionen US-Dollar.

Für Meta selbst sind die Atomdeals ein Signal an Investoren: Der Konzern will sich frühzeitig stabile, planbare und politisch durchsetzbare Energiequellen sichern, um seine KI-Strategie unabhängig von volatilen Strommärkten voranzutreiben.

China prüft die Manus-Übernahme

Auf der anderen Seite der Medaille stehen wachsende regulatorische Risiken. Chinas Handelsministerium hat eine Untersuchung der rund 2 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme des KI-Start-ups Manus durch Meta eingeleitet. Im Fokus stehen mögliche Verstöße gegen Exportkontrollen für Spitzentechnologie.

Manus hat seinen Sitz in Singapur, verfügt aber über chinesische Wurzeln. Das Unternehmen hat einen „general purpose“-KI-Agenten entwickelt, der komplexe, mehrstufige Aufgaben weitgehend autonom erledigen kann. Der wirtschaftliche Erfolg kam schnell: Innerhalb von acht Monaten nach Produkteinführung stieg der jährliche wiederkehrende Umsatz auf über 100 Millionen US-Dollar.

Analysten deuten die chinesische Untersuchung als Signal an Unternehmen mit China-Bezug, die ihre Aktivitäten nach Singapur verlagern, um der heimischen Regulierung zu entgehen. Der Begriff „Singapore washing“ beschreibt genau dieses Muster: formale Verlagerung in einen liberaleren Standort, während Technologie, Talente und oft auch wesentliche Wertschöpfung aus China stammen.

Die Interpretation vieler China-Experten: Peking will verhindern, dass zentrale KI-Technologien und Fachkräfte durch ausländische Übernahmen – insbesondere durch US-Konzerne – dauerhaft abwandern. Wendy Chang vom Mercator Institute for China Studies sieht in der Untersuchung gezielt den Versuch, den Abfluss von KI-Know-how und Talenten ins Ausland zu bremsen.

Hohe Investitionen spalten den Markt

An der Börse spielt neben den aktuellen Nachrichten ein älteres Thema weiter eine zentrale Rolle: Metas enormer Investitionshunger. Die Aktie notiert rund 7,8 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 708 US‑Dollar, der Schlusskurs am Freitag lag bei 653,06 US‑Dollar – nach einem Anstieg von gut einem Prozent zum Vortag.

Auslöser für den jüngsten Bewertungsabschlag war der Ergebnisbericht vom Oktober 2025. Damals kündigte Meta an, die Investitionen 2025 auf 70 bis 72 Milliarden US‑Dollar hochzufahren. Für 2026 stellte das Management sogar „deutlich stärkeres“ Wachstum der Ausgaben in Aussicht – nach Marktlesart könnten die Investitionen die Marke von 100 Milliarden US‑Dollar überschreiten.

Zur Einordnung: In den vergangenen zwölf Monaten hat Meta knapp 110 Milliarden US‑Dollar operativen Cashflow erwirtschaftet. Praktisch der gesamte laufende Mittelzufluss soll damit in KI-Infrastruktur und Rechenzentren fließen. Diese Strategie spaltet weiter die Wall Street:

  • Befürworter verweisen auf den massiven Vorsprung, den Meta sich im KI-Infrastruktur-Rennen sichern könnte.
  • Kritiker warnen vor Konzentrationsrisiken und der Gefahr, dass sich solch hohe Ausgaben nicht schnell genug in nachhaltigem Umsatz- und Gewinnwachstum niederschlagen.

Entsprechend breit ist die Spanne der Kursziele: Sie reicht von 685 bis 1.117 US‑Dollar und spiegelt die Unsicherheit über die Rendite der Mega-Investitionen wider.

Bewertung und der Blick auf die Zahlen

Bewertungskennzahlen zeigen Meta aktuell im gehobenen, aber nicht extremen Wachstums-Segment. Auf Basis der vergangenen zwölf Monate liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei knapp 29, das Forward-KGV bei rund 22. Der Konzern bringt etwa 1,65 Billionen US‑Dollar auf die Börsenwaage und zahlt eine vergleichsweise niedrige Dividendenrendite von rund 0,3 %.

Charttechnisch zeigt sich der Titel nach der jüngsten Erholung stabil über seinen mittelfristigen Durchschnittslinien: Der aktuelle Kurs liegt deutlich über dem 50‑ und 200‑Tage-Durchschnitt, zugleich aber spürbar unter dem Jahreshoch. Der RSI von 47 signalisiert ein weder überkauftes noch überverkauftes Niveau – der Markt scheint die Nachrichtenlage also eher abzuwägen als überzuzeichnen.

Entscheidend wird nun, ob Meta die Milliarden für KI und Infrastruktur in absehbarer Zeit in messbares Wachstum ummünzen kann. Die Q4‑Zahlen für 2025, die für den 28. Januar 2026 angekündigt sind, werden erstmals einen umfassenderen Eindruck liefern, wie stark sich die KI-Investitionen bereits im Werbegeschäft und in neuen Produktfeldern niederschlagen – und damit auch, ob der aktuelle Bewertungsrahmen gerechtfertigt ist.

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