Meta Aktie: JPMorgan hebt Kursziel auf 820 Dollar
Meta Platforms baut sein KI-Geschäft mit neuen Assistenten, Zukäufen und eigener Chipproduktion aus, steht aber vor hohen Kosten und Belastungen.

- JPMorgan erhöht Meta-Kursziel auf 820 Dollar
- KI-Agent Muse startet mit Abomodell
- Übernahme von Stilla.ai bekannt gegeben
- Zehn Milliarden Dollar Rechtsrückstellung geplant
Die Strategie von Meta Platforms, massiv in künstliche Intelligenz zu investieren, erhält neuen Rückenwind durch Experten und Produktveröffentlichungen. Gestern stufte JPMorgan die Aktie von „Neutral“ auf „Overweight“ hoch und erhöhte das Kursziel deutlich von 640 auf 820 US-Dollar.
Die Analysten begründen diesen Schritt mit dem neuen KI-Agenten und fortschrittlichen Modellen, die dem Konzern Wachstumspfade jenseits des klassischen Werbegeschäfts eröffnen könnten.
Neue Erlösquellen durch KI-Assistenten „Muse“
Ein zentraler Baustein dieser Neuausrichtung ist die Einführung des persönlichen KI-Agenten „Muse“ am vergangenen Dienstag. Mit diesem Werkzeug adressiert Meta die Sorgen der Investoren bezüglich der hohen Investitionsausgaben für KI-Infrastruktur.
Das Tool bietet ein gestuftes Abonnementmodell an, wobei der Zugang für einen Teil der Nutzerschaft kostenlos bleibt. Laut Einschätzungen von Morgan Stanley könnte dieser Markt für KI-Agenten perspektivisch ein Volumen von rund 30 Billionen US-Dollar erreichen.
Zusätzlich zur Veröffentlichung von „Muse“ hat das Unternehmen vor rund einer Woche die Version „Muse Spark 1.3“ bereitgestellt. Diese richtet sich an Entwickler und wird zu einem Preis von etwa 0,10 US-Dollar pro Million Token angeboten.
An der Börse wird die Entwicklung positiv aufgenommen: Das Papier notiert heute bei 556,20 Euro, was einem Plus von 0,2 Prozent entspricht. Damit liegt der Kurs derzeit 6,6 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage.
Strategische Zukäufe und hohe Investitionsziele
Um die Funktionalität seiner Plattformen weiter zu stärken, hat Meta am Mittwoch die Übernahme des schwedischen Start-ups Stilla.ai bekannt gegeben. Die im Jahr 2024 gegründete Firma soll die Entwicklung des „Meta Business Agent“ beschleunigen.
Dieser Assistent ist darauf spezialisiert, Transaktionen direkt innerhalb der Dienste WhatsApp, Messenger und Instagram abzuwickeln. Stilla.ai hatte erst zu Beginn des Jahres eine Finanzierung in Höhe von 5 Millionen US-Dollar erhalten.
Hinter diesen Produktinnovationen steht eine ambitionierte Hardware-Roadmap. Meta plant, noch in diesem Monat mit der Produktion des hauseigenen KI-Chips „Iris“ zu beginnen. Dieser wird in Zusammenarbeit mit Broadcom und TSMC gefertigt.
JPMorgan prognostiziert für die kommenden Jahre massiv steigende Investitionsausgaben: Für 2027 werden 243 Milliarden US-Dollar und für 2028 sogar 284 Milliarden US-Dollar erwartet, was deutlich über den bisherigen Erwartungen des Marktes liegt.
Personalwechsel und finanzielle Belastungen
Trotz der technologischen Fortschritte verzeichnet die KI-Sparte personelle Veränderungen. Der renommierte Forscher Andrew Tulloch hat das Unternehmen am Mittwoch verlassen, um sich dem Konkurrenten Anthropic anzuschließen.
Tulloch war erst vor elf Monaten für ein Vergütungspaket von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar zu Meta zurückgekehrt. Parallel dazu setzen Führungskräfte ihre geplanten Anteilsverkäufe fort. In den letzten 90 Tagen veräußerten Insider, darunter COO Javier Olivan, in insgesamt 87 Transaktionen Aktien im Wert von rund 50 Millionen US-Dollar.
Finanziell blickt der Konzern auf ein belastetes drittes Quartal. Vor rund zwei Wochen einigte sich Meta mit mehreren US-Bundesstaaten auf einen Vergleich über 17,1 Milliarden US-Dollar wegen Vorwürfen zur Suchtgefahr seiner sozialen Medien. Infolgedessen wird das Unternehmen für das laufende Quartal eine rechtliche Rückstellung in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar verbuchen.
Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftszahlen erhalten Anleger am 28. Oktober. Zuvor findet am 23. und 24. September die Entwicklerkonferenz Meta Connect 2026 statt, auf der weitere Details zur KI-Roadmap erwartet werden.
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