Meta Aktie: Muse Wonder fordert OpenAI heraus
Muse Wonder Full erzielt in Metas eigenem Benchmark 59,1 Punkte; unabhängige Tests zeigen einen geringeren Vorsprung.

- Zwei neue Modelle für komplexe Agentenaufgaben
- Eine Million Token Kontext je Modell
- Unabhängiges Ranking sieht Opus 5.5 vorn
- Meta-Aktie steigt zum Handelsschluss gut drei Prozent
Meta will bei Künstlicher Intelligenz nicht länger nur mithalten. Mit Muse Wonder und Muse Wonder Full stellt der Konzern erstmals Modelle vor, die er offen gegen die besten Systeme von OpenAI und Anthropic positioniert. Die Aktie legte zum Handelsschluss um gut drei Prozent auf rund 743 Dollar zu.
Was Muse Wonder können soll
Die Modelle stammen aus den Superintelligence Labs unter Alexandr Wang. Sie sind für Agenten gedacht, die komplexe, langwierige Aufgaben erledigen, statt nur Fragen zu beantworten. Wang zufolge ist Muse Wonder darauf trainiert, bei Rückschlägen alternative Wege zu probieren, etwa bei einer Restaurantbuchung, statt sofort beim Nutzer nachzufragen.
Zwei Funktionen stehen im Zentrum: Active Memory trägt Informationen von einem Gespräch ins nächste. Active Focus hält das Modell an schwierigen Zielen. Beide Versionen verarbeiten eine Million Token Kontext.
Zugang gibt es über die Entwicklerschnittstelle und den Coding-Agenten Muse Code. Die stärkere Variante Wonder Full bleibt zahlenden Muse-Code-Abonnenten vorbehalten. Die Abopläne kosten je nach Stufe zwischen 20 und 200 Dollar im Monat. In die Muse-App für Verbraucher kommt das Modell zuerst für zahlende Nutzer, ein Termin für kostenlose Nutzer fehlt.
Eigene Benchmarks, gemischtes Bild
Auf Metas hauseigenem Index für persönliche und berufliche Assistenzaufgaben erreicht Wonder Full 59,1 Punkte. Claude Opus 5.5 kommt auf 55,2, GPT-6 Astra auf 54,5. Zwei der Tests hat Meta selbst entwickelt.
Das unabhängige Ranking von Artificial Analysis zeichnet ein nüchterneres Bild. Dort führt Opus 5.5 mit 58 Punkten, Wonder Full liegt mit 56 gleichauf mit Claude Sonnet 5.5. Die per API erhältliche Version Muse Wonder bringt es auf 52. Beim Preis hält sie mit Anthropic Schritt und liegt deutlich unter OpenAI.
Hinzu kommt das Datenschutzthema. Ein Nutzer berichtete, der Muse-Agent habe Zehntausende private Nachrichten synchronisiert, obwohl er den Zugriff abgelehnt haben will. Meta bestreitet entsprechende Vorwürfe. Eine ausführliche Sicherheitsstudie zu Wonder soll „bald“ folgen.
Analysten bleiben zuversichtlich
Die Börse honoriert vor allem die Aussicht auf neue Einnahmen jenseits der Werbung. Evercore ISI bestätigt das Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 860 Dollar, was rund 16 Prozent Potenzial entspricht. Wells Fargo peilt sogar 1.000 Dollar an und sieht im Muse-Produktzyklus einen zentralen Treiber. TD Cowen nennt 865 Dollar.
Für das dritte Quartal rechnen die Analysten mit kräftigem Wachstum. Wells Fargo erwartet Erlöse am oberen Ende der Konzernprognose bei 64 Milliarden Dollar, Piper Sandler kalkuliert mit 63,4 Milliarden. Ob die Abomodelle dazu schon beitragen, dürfte die nächste Quartalsbilanz erstmals greifbar machen.
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