Meta Aktie: Optionshändler wetten hoch
Meta Platforms überrascht mit KI-Produkten und eigener Chip-Fertigung. Der Optionsmarkt zeigt hohe Erwartungen, während Investitionskosten und regulatorische Risiken bestehen bleiben.

- Zwei neue KI-Produkte vorgestellt
- Eigener Chip Iris ab September
- Optionsvolumen auf Rekordniveau
- Quartalszahlen am 29. Juli
15 Prozent Kursgewinn in einer Woche — das beste Ergebnis seit Anfang 2024. Meta Platforms hat binnen weniger Tage die Verluste des laufenden Jahres komplett wettgemacht. An der Optionsbörse wetten Händler bereits auf die nächste Etappe nach oben, und die Summen, die dabei bewegt werden, sind alles andere als klein.
Die KI-Offensive treibt den Kurs
Innerhalb einer Woche hat Meta gleich zwei Produkte vorgestellt. Am Dienstag kam Muse Image, ein Modell zur Bilderzeugung, das Kreative und Werbekunden an neue Abo-Angebote binden soll. Am Donnerstag folgte Muse Spark 1.1, ausgelegt auf Programmier- und Agenten-Aufgaben mit einem Kontextfenster von bis zu einer Million Tokens.
Damit tritt Meta direkt gegen OpenAI, Anthropic und Google an — mit einer betont aggressiven Preisstrategie, die die eigenen API-Kosten deutlich unter viele Konkurrenzangebote drückt. Möglich macht das der Cashflow aus dem Werbegeschäft, der die KI-Offensive querfinanziert.
Hinzu kommt der Fortschritt bei der eigenen Chip-Fertigung. Der erste hauseigene Chip mit dem Codenamen Iris soll ab September in Kooperation mit Broadcom und TSMC produziert werden, Ziel ist eine Rechenkapazität von 14 Gigawatt im kommenden Jahr. Bank of America-Analyst Justin Post sieht darin sogar Potenzial für Kosteneinsparungen, die den Kapazitätsaufbau pro Megawatt günstiger machen könnten als bislang erwartet an der Wall Street. Parallel dazu bereitet sich Meta darauf vor, überschüssige Rechenkapazität zu vermarkten — ein möglicher Vorstoß ins Cloud-Geschäft, das bislang Amazon und Microsoft dominieren.
Die Capex-Frage bleibt der wunde Punkt
Im April hatte Meta die Investitionsprognose für 2026 auf bis zu 145 Milliarden Dollar angehoben, die Aktie brach damals um 7 Prozent ein. Anleger fürchteten, die gewaltigen Ausgaben würden vorerst keine neuen Umsatzquellen erschließen.
BNP Paribas-Analyst Nick Jomes rechnet damit, dass Meta die Prognose bei der Vorlage der Quartalszahlen am 29. Juli erneut anheben könnte, auf eine Spanne zwischen 135 und 155 Milliarden Dollar. Seine These: Werbe-Marktanteile, Abo-Erlöse, mögliche Cloud-Angebote und Gebühren für externe Nutzung der eigenen KI-Modelle sollen die hohen Ausgaben rechtfertigen.
Der Optionsmarkt zeigt, wie gespalten die Erwartungen sind
Bei einem Marktwert von 1,7 Billionen Dollar zog der jüngste Kurssprung auch die Derivatemärkte mit. Das Handelsvolumen bei Optionen lag am Freitag beim Dreifachen des 30-Tage-Durchschnitts, 78 Prozent der Prämien von 1,8 Milliarden Dollar entfielen auf Call-Optionen. Die meistgehandelten Kontrakte liefen noch am selben Tag aus und setzten auf eine schnelle Fortsetzung der Rally — ein Call mit Basispreis 675 Dollar etwa brauchte nur zwei weitere Prozentpunkte, um profitabel zu werden.
Nicht jeder Trader glaubt an die Fortsetzung der Bewegung. Der zweitgrößte Einzeltrade des Tages war eine Wette in Höhe von 29 Millionen Dollar darauf, dass die Aktie in den kommenden zwei Monaten nahe dem Kurs von 670 Dollar verharrt. Die Skepsis speist sich auch aus regulatorischen Risiken: In den USA muss sich Meta im August vor einem Bundesgericht in Kalifornien Vorwürfen von mittlerweile 29 Bundesstaaten stellen, wonach Facebook und Instagram Kinder abhängig machen sollen. Die EU droht mit einer eigenen Milliardenstrafe wegen ähnlicher Vorwürfe. Zusätzlich zeigte eine unabhängige Analyse, dass das neue KI-Erkennungswerkzeug von Meta eigene, per Wasserzeichen markierte Bilder nach dem Zuschneiden in mehr als der Hälfte der Fälle nicht mehr zuverlässig identifizieren konnte.
Die Aktie bleibt damit auf Jahressicht knapp im Plus, während der breitere Techmarkt deutlich stärker zugelegt hat. Am 29. Juli liefert Meta mit den Quartalszahlen die nächste konkrete Antwort darauf, ob sich die milliardenschweren KI-Wetten tatsächlich auszahlen.
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