Meta Aktie: Wells Fargo sieht 1.000 Dollar

Wells Fargo sieht Muse als möglichen Wachstumstreiber, erwartet zunächst höhere KI-Kosten und hebt das Kursziel auf 1.000 Dollar.

Die Kernpunkte:
  • Wells Fargo bestätigt „Overweight“
  • Muse könnte Meta weiteres Wachstum bringen
  • KI-Ausgaben belasten den Gewinn 2027
  • Ofcom prüft Risiken der Instagram-Funktion

Wells Fargo traut der Meta-Aktie den Sprung auf vierstellige Kurse zu. Die Bank hebt ihr Kursziel von 796 auf 1.000 Dollar und bestätigt die Einstufung „Overweight“. Auslöser ist die KI-Anwendung Muse, die Meta am 8. September veröffentlicht hat.

Muse als nächster Wachstumstreiber

Ausgehend von einem Kurs von 740 Dollar entspricht das Ziel einem Potenzial von mehr als 35 Prozent. Es gehört damit zu den höchsten an der Wall Street. Seit dem Start von Muse hat die Aktie bereits fast 20 Prozent zugelegt.

Analyst Ken Gawrelski rechnet damit, dass Meta in den kommenden Monaten verstärkt über KI-Agenten sprechen wird. Muse könnte dabei die Schlüsselrolle spielen. Er zieht eine Parallele zu Reels: Auch dort musste der Konzern erst hohe Investitionen stemmen, bevor sich das Produkt in den Ergebnissen zeigte. Bei Muse könnte der Effekt nach seiner Einschätzung deutlich größer ausfallen.

Erst Tiefpunkt, dann Wendepunkt

Kurzfristig dämpft Wells Fargo allerdings die Erwartungen. 2027 dürfte der Gewinn je Aktie im neuen Produktzyklus seinen Tiefpunkt erreichen, weil die Ausgaben für KI-Infrastruktur die zusätzlichen Einnahmen durch Muse zunächst übersteigen. Zur Monetarisierung erwartet der Analyst deshalb vorerst zurückhaltende Aussagen des Managements.

Der Wendepunkt könnte 2028 folgen. Dann dürften KI-Umsätze zunehmend in die Erwartungen einfließen. Zusätzliche Erlöschancen sieht Gawrelski bei Messaging-Diensten, KI-gestützten Werbetools und neuen Verbraucheranwendungen. Für das dritte Quartal rechnet die Bank mit Umsätzen am oberen Ende der Prognose, rund 64 Milliarden Dollar.

Auch andere Häuser äußern sich positiv. Yorkville Ives startete die Bewertung mit „Outperform“, und Deutsche Bank verweist auf stärker als erwartete Ausgaben für digitale Werbung. Laut LSEG-Daten empfehlen 56 von 63 Analysten die Aktie zum Kauf.

Gegenwind bei Regulierung und Bewertung

Ganz ohne Risiken ist die Geschichte nicht. Die britische Medienaufsicht Ofcom untersucht, ob Meta vor der Einführung der Instagram-Funktion „Instants“ die Risiken für Kinder und andere Nutzer ausreichend bewertet hat. Hinzu kommt die Bewertung: Eine Fair-Value-Analyse stuft die Aktie als überbewertet ein.

Die Papiere schlossen zuletzt bei rund 721 Dollar und damit 2,4 Prozent im Minus, etwa 8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. COO Javier Olivan verkaufte am 5. Oktober im Rahmen eines vorab aufgesetzten Handelsplans Aktien für gut 1,1 Millionen Dollar, ein Routinevorgang.

Wells Fargo erwartet die nächsten konkreten Hinweise zur KI-Monetarisierung in den kommenden Monaten. Schon die Aussagen des Konzerns zu Muse dürften zeigen, ob das 1.000-Dollar-Ziel auf einem tragfähigen Fundament steht.

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