Meta Aktie: WhatsApp, Unmut, Solarstrom

Meta ernennt Fintech-Gründer Kunal Shah zum WhatsApp-Chef, investiert 900 Millionen in CRED und sichert sich Solarstrom für Rechenzentren.

Die Kernpunkte:
  • Kunal Shah wird neuer WhatsApp-Leiter
  • 900 Millionen Dollar Investition in CRED
  • Mitarbeiter kritisieren KI-Umstrukturierung
  • Solarstromvertrag für Texas-Rechenzentren

Drei Nachrichten in kurzer Folge — und jede zeigt einen anderen Aspekt, wie Meta gerade versucht, sich neu aufzustellen. Das Bild, das dabei entsteht, ist alles andere als einheitlich.

Kunal Shah übernimmt WhatsApp

Der auffälligste Schachzug: Meta holt den indischen Fintech-Gründer Kunal Shah als neuen WhatsApp-Chef. Shah, der 2018 die Kreditkarten-App CRED gründete und davor bereits das Zahlungssystem FreeCharge aufgebaut hatte, löst Will Cathcart ab, der nach fast sieben Jahren das Amt abgibt und intern in die Produktentwicklung wechselt.

Die Personalie kommt nicht allein. Meta investiert rund 900 Millionen Dollar in CRED — eine Mischung aus neuen Anteilen und Zukäufen bestehender Aktien. Das bewertet CRED mit etwa 4,5 Milliarden Dollar. Shah behält seine persönlichen Anteile an CRED, gibt aber den CEO-Posten ab.

Warum dieser Zug? WhatsApp hat in Indien über 500 Millionen Nutzer — der mit Abstand größte Marktanteil weltweit. Im digitalen Zahlungsbereich kämpft WhatsApp Pay jedoch gegen PhonePe und Google Pay, die dort bereits tief verwurzelt sind. Mit Shah holt sich Meta einen Insider, der dieses Terrain kennt.

Interne Spannungen durch KI-Umstrukturierung

Weniger geräuschlos verläuft der Umbau intern. Nachdem Meta vor wenigen Wochen rund zehn Prozent seiner Belegschaft in neu gegründete KI-Teams versetzt hat, berichten Mitarbeiter von einer deutlich gesunkenen Arbeitsmoral. Der Umgangston in manchen internen Kanälen soll scharf sein. CTO Andrew Bosworth räumte ein, dass die Umsetzung der Umstrukturierung fehlerbehaftet war — ein seltenes öffentliches Zugeständnis des Managements.

Das ist kein Randproblem. Wer seine besten Ingenieure vergrault, riskiert, dass genau jene Talente abwandern, die man für den KI-Aufbau braucht.

Solarstrom für Texas

Parallel dazu sichert Meta seinen wachsenden Energiebedarf. Mit Sabanci Renewables hat das Unternehmen einen langfristigen Stromabnahmevertrag für zwei Solarprojekte in Texas abgeschlossen — Lucky 7 Solar und Pepper Solar mit einer Gesamtleistung von 220 Megawatt. Beide Projekte sollen in der zweiten Hälfte 2027 in Betrieb gehen und liefern dann ausschließlich erneuerbare Energie für Metas Infrastruktur.

Das Muster ist bekannt: KI-Rechenzentren fressen Strom, und Meta bindet ihn lieber langfristig über PPAs als am Spotmarkt. Der Vertrag mit Sabanci unterstreicht, dass diese Strategie konsequent weiterverfolgt wird — auch wenn die interne Umsetzung der KI-Offensive offenbar holpriger verläuft als nach außen kommuniziert.

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