Metaplanet Aktie: Bitcoin-Gegenwind drückt Kurs

Metaplanet gerät durch den Bitcoin-Rückgang unter Druck. Kursverluste, Kapitalmaßnahmen und Verwahrungstransfers prägen die aktuelle Debatte.

Die Kernpunkte:
  • Metaplanet verliert binnen sieben Tagen 11 Prozent
  • Bitcoin fällt unter 78.000 Dollar
  • Rund 43.000 Bitcoin im Unternehmensbestand
  • Gerovich weist Verkaufsabsicht bei Transfers zurück

Metaplanet spürt zum Start des Septembers den Gegenwind vom Kryptomarkt. Die Aktie des japanischen Bitcoin-Schatzmeisters verlor am heutigen Donnerstag 5,7 Prozent und rutschte auf 1,53 Euro, nach einem Schlusskurs von 1,62 Euro am Mittwoch. Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, der die Aktie binnen sieben Tagen um 11 Prozent nach unten gedrückt hat.

Auslöser ist keine Unternehmensmeldung, sondern die allgemeine Marktlage. Bitcoin fiel zum Monatsstart um ein Prozent unter die Marke von 78.000 Dollar. Historisch ist der September für die Kryptowährung ohnehin der schwächste Monat des Jahres, mit einem durchschnittlichen Verlust von rund drei Prozent.

Verstärkt wurde der Druck durch die geldpolitischen Signale von Fed-Chef Kevin Warsh, der auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole eine anhaltend erhöhte Inflation betonte und damit einen globalen Ausverkauf bei Anleihen lostrat – die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,784 Prozent.

Steigende Zinsen gelten am Kryptomarkt traditionell als Belastungsfaktor, weil sie die Attraktivität risikoreicher, nicht verzinster Anlagen wie Bitcoin schmälern.

Ein Unternehmen als Bitcoin-Hebel

Für Metaplanet ist diese Empfindlichkeit strukturell bedingt. Das Unternehmen hält rund 43.000 Bitcoin und zählt damit zu den größten börsennotierten Bitcoin-Bestandshaltern weltweit. Jede Bewegung der Kryptowährung schlägt sich damit fast eins zu eins in der Bewertung der Bilanz nieder – und damit auch im Aktienkurs.

Diese Konstruktion hat der Aktie in Phasen steigender Bitcoin-Kurse überdurchschnittliche Gewinne verschafft, kehrt sich in schwachen Marktphasen aber ebenso verstärkt gegen die Anleger.

Der aktuelle Rückschlag reiht sich in ein Jahr ein, das für Metaplanet-Aktionäre insgesamt verlustreich war: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 32 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 67 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 4,82 Euro, erreicht im September vergangenen Jahres, ist der Kurs inzwischen weit entfernt.

Kapitalstruktur und Zukäufe im Fokus

Neben der reinen Bitcoin-Korrelation beschäftigen Anleger auch strukturelle Fragen zum Unternehmen. Erst Ende August hatte Firmenchef Simon Gerovich 92.000 Bezugsrechte der 10. Serie ausgeübt und dadurch über 64 Millionen neue Stammaktien erhalten – seine Beteiligung stieg damit von 15,55 Millionen auf knapp 79,6 Millionen Aktien.

Die neu erworbenen Anteile unterliegen laut der zugehörigen Mitteilung einer Haltefrist bis August 2031, festgelegt in einer Änderungsvereinbarung, die nur zehn Tage vor der Ausübung unterschrieben wurde.

Ebenfalls für Diskussion sorgten größere Bitcoin-Transfers zu Coinbase Prime Ende August, die Spekulationen über mögliche Verkäufe befeuerten. Gerovich stellte klar, dass es sich um rein verwahrungstechnische Vorgänge handle und keine Absicht bestehe, den Bitcoin-Bestand zu reduzieren.

Mit Blick auf die Bewertung notiert die Aktie derzeit rund 15 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1,32 Euro, was auf eine gewisse kurzfristige Erholungsbewegung innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends hindeutet. Ob sich diese fortsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich Bitcoin durch den saisonal schwachen September bewegt – ein Faktor, den Metaplanet als Unternehmen nicht beeinflussen kann.

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