Metaplanet Aktie: Ratingagentur-Test bestanden?

Der Verkauf und Rückkauf von Bitcoin soll die Liquidität der Reserven belegen; ein Ratingantrag wird vorbereitet.

Die Kernpunkte:
  • 44.000 Bitcoin zum Quartalsende
  • Verkaufserlös überstieg Nettoverbindlichkeiten
  • Rückkauf von 11.000 Bitcoin
  • Aktionärsvotum zu Superplanet am 16. Oktober

Das japanische Unternehmen Metaplanet richtet seine Treasury-Ausrichtung weiter auf institutionelle Kapitalgeber aus. Nach einer großvolumigen Umschichtung im dritten Quartal beläuft sich der Gesamtbestand zum 30. September auf 44.000 Bitcoin. Das Management nutzte die Transaktionen, um Kreditinvestoren und Ratingagenturen die Liquidität der eigenen Bilanz zu demonstrieren.

Hintergrund der Schritte ist der Versuch, das Finanzierungsmodell auf eine breitere Basis zu stellen. Bislang stützte sich das Unternehmen vor allem auf die Ausgabe neuer Anteile und Bankkredite. Um künftig auch anleihebasierte Mittel aufnehmen zu können, verlangt der Markt Belege für die Fungibilität der Krypto-Reserven.

Bilanztest für Ratingagenturen

Im dritten Quartal trennte sich Metaplanet daher testweise von 10.000 Einheiten. Der Erlös belief sich auf 124,7 Milliarden Yen und übertraf die verzinslichen Nettoverbindlichkeiten von 122,4 Milliarden Yen. Die Schulden blieben jedoch bestehen, während der Erlös zunächst als Barreserve verblieb.

Laut CEO Simon Gerovich diente der Verkauf dazu, Ratingagenturen die Umwandlung der Krypto-Reserve in Yen nachzuweisen. Das Unternehmen bereitet derzeit einen offiziellen Antrag auf eine Bonitätsbewertung vor. Durch ein festes Kreditrating erhofft sich die Führung verbesserte Konditionen am Fremdkapitalmarkt.

Beim anschließenden Rückkauf erwarb Metaplanet 11.000 Einheiten zurück. Da der Verkauf unter dem Einstandswert lag, entstand bei den US-Tochtergesellschaften zudem ein steuerlicher Verlust. Metaplanet bezifferte den vorläufigen, noch ungeprüften latenten Steueranspruch hieraus auf rund 97 Millionen US-Dollar.

Ertragsstrategie und US-Expansion

Ergänzend kündigte das Unternehmen eine Nettozinsertragsstrategie an. Frisches Kapital aus ewigen Vorzugsaktien, BitBonds sowie besicherten Kreditlinien soll künftig direkt in renditestarke Anlagen fließen. Das Management will so laufende Erträge generieren und die Zinslast dämpfen.

Parallel dazu steht die Expansion in den US-Markt vor einer Weichenstellung. Gestern wandte sich das Partnerunternehmen Super League an seine Aktionäre, die am 16. Oktober über den Zusammenschluss entscheiden. Metaplanet soll kontrollierender Anteilseigner werden und 2.100 Bitcoin einbringen, während die neue Einheit unter dem Namen Superplanet an der Nasdaq gelistet bleibt.

Für die Beteiligung gilt eine fünfjährige Haltefrist, womit Metaplanet sein Engagement langfristig absichert. Der Schritt soll die internationale Präsenz ausbauen, während das operative Mediengeschäft des Partners fortgeführt wird. Für Anleger hängt der weitere Pfad nun an der Zustimmung der Aktionäre und der erfolgreichen Ratingeinstufung.

Kursentwicklung am Mittwoch

An den Handelsplätzen zeigt sich die Aktie am heutigen Mittwoch stabil. Vorbörslich notiert der Titel bei 1,61 Euro, was einem Zuwachs von 0,8 Prozent entspricht. Gestern hatte das Papier bei 1,60 Euro geschlossen.

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