Metaplanet Aktie: Zahlen-Paradoxon

Metaplanet meldet einen explodierenden operativen Gewinn, muss jedoch massive Buchverluste durch Bitcoin-Bewertung hinnehmen. Das Management reagiert mit einer Dividendenankündigung.

Die Kernpunkte:
  • Operativer Gewinn steigt um 1.700 Prozent
  • Nettoverlust durch Bitcoin-Bewertungsverluste
  • Erstmalige Dividende für Vorzugsaktionäre
  • Analysten senken Kursziele drastisch

Japans größter korporativer Bitcoin-Halter präsentiert eine Bilanz der Extreme. Während der operative Gewinn explodiert, reißt die Bewertung der Krypto-Bestände ein riesiges Loch in die Bücher. Inmitten eines massiven Kursverfalls von 80 Prozent kündigt das Management nun überraschend eine Dividende für Vorzugsaktionäre an – ein gewagtes Manöver, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen?

Operativer Rekord trifft Buchwert-Verlust

Die Geschäftszahlen für das Fiskaljahr 2025 zeichnen ein widersprüchliches Bild. Operativ läuft es für Metaplanet rund: Der Betriebsgewinn schoss um rund 1.700 Prozent auf 6,3 Milliarden Yen nach oben, getragen von einem Umsatzsprung auf 8,9 Milliarden Yen.

Unter dem Strich steht jedoch ein Nettoverlust von gigantischen 95 Milliarden Yen (rund 619 Millionen US-Dollar). Verantwortlich hierfür sind japanische Rechnungslegungsstandards, die eine regelmäßige Marktwertbewertung (Mark-to-Market) von Digital-Assets vorschreiben. Da der Bitcoin-Kurs im Berichtszeitraum nachgab, musste das Unternehmen nicht realisierte Buchverluste von über 102 Milliarden Yen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausweisen.

Dividende als strategisches Signal

Trotz der roten Zahlen im Nettoergebnis setzt das Management ein Zeichen der Zuversicht. Erstmals kündigte Metaplanet Quartalsdividenden für die Inhaber der „Klasse B“-Vorzugsaktien an. Dieser Schritt soll Kapitalgeber bei Laune halten, während die Stammaktionäre durch jüngste Kapitalerhöhungen eine Verwässerung hinnehmen mussten.

Um die aggressive Bitcoin-Akkumulation weiter zu finanzieren, setzt das Unternehmen verstärkt auf komplexe Finanzinstrumente. Über die Ausgabe neuer Vorzugsaktien-Serien namens „MERCURY“ und „MARS“ wurde frisches Kapital eingesammelt. Diese Strategie wird notwendig, da klassische Optionsscheine aufgrund des gesunkenen Aktienkurses derzeit kaum attraktiv für Investoren sind.

Analysten senken Kursziele drastisch

Der Börsenwert von Metaplanet hat sich zuletzt massiv reduziert und notiert kaum noch über dem Wert der gehaltenen Bitcoin-Bestände. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.930 Yen ist das Papier weit entfernt und schloss zuletzt bei 319 Yen.

Analysten reagieren auf diese Realität:
* Cantor Fitzgerald halbierte das Kursziel für die OTC-gehandelten Anteile von 6 auf 3 US-Dollar, behielt aber das Rating „Overweight“ bei.
* Benchmark strich das Ziel noch radikaler zusammen und senkte die Erwartung von 2.400 auf 1.100 Yen.

CEO Simon Gerovich verteidigte unterdessen die Strategie gegen Kritik. Der Einsatz von Derivaten – konkret das Schreiben von Put-Optionen – diene dazu, Prämieneinnahmen zu generieren und so die effektiven Anschaffungskosten für Bitcoin zu senken.

Ausblick: Warten auf den 19. Mai

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 peilt Metaplanet einen Umsatz von 16 Milliarden Yen und einen operativen Gewinn von 11,4 Milliarden Yen an. Das Ziel, bis Ende 2026 insgesamt 100.000 Bitcoin zu halten, bleibt bestehen. Ob diese Prognosen halten, entscheidet jedoch fast ausschließlich der Kryptomarkt. Anleger erhalten am 19. Mai mit dem nächsten Quartalsbericht Klarheit über den Fortgang dieser hochriskanten Wette.

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