Metro: Der Ballast soll über Bord

Beim Cash- und Carry-Konzern Metro dürfte in den nächsten Monaten kein Stein auf dem anderen bleiben. In den vergangenen Wochen machte der Konzern vor allem dadurch Schlagzeilen, dass sich sein Aktionärskreis dramatisch verändern wird.

Bekanntlich hatte die Familienholding Haniel angekündigt, ihren Anteil schrittweise an einen tschechischen Großinvestor zu verkaufen. Dem schloss sich auch Ceconomy an, wo nach der Trennung von Metro die beiden Elektromärkte Saturn und Mediamarkt angegliedert sind. Nun hat Metro selbst den Anstoß für eine weitere tiefgreifende Veränderungen gegeben.

Metro will nur noch Großhandel machen

Denn man will sich von der Supermarktkette Real trennen und zukünftig nur noch Großhandel betreiben. Das sieht danach aus, als wenn man sich für den neuen Großaktionär regelrecht hübsch machen möchte. Denn Real war bislang bei Metro eher ein Klotz am Bein. Die Einzelhandelskette leidet schon seit Jahren unter geringen Margen, einem unterdurchschnittlichen Umsatzwachstum und fehlender Profitabilität.

Schatten und Licht bei Real

Im dritten Fiskalquartal wies Real, das insgesamt deutschlandweit über 282 Märkte verfügt, einen Umsatzrückgang flächenbereinigt um 6,6 % aus. Operativ melde man dabei Verluste. Dennoch wäre Real für einen potentiellen Käufer durchaus interessant. Denn im Unternehmensbereich steckt ein attraktives Immobilienportfolio von 65 Standorten, die bei einer wohl sehr wahrscheinlichen erneuten Restrukturierung zur Disposition stehen könnten.

Nimmt die Aktie von Metro die nächste Hürde?

Sie sind es auch, die einen möglichen Verkaufserlös von Metro positiv beeinflussen dürften. Das könnte wiederum die Metro-Aktie selbst weiter beflügeln. Am gestrigen Handelstag verbuchte die Aktie zwar ein Minus, weil die entsprechende Absichtserklärung eines Verkaufs natürlich noch nichts darüber aussagt, welche Erlöse am Ende tatsächlich möglich wären. Außerdem dürfte ein Auseinanderdividieren beider Konzernteile Sonderkosten verursachen.

Doch stößt der Plan insgesamt am Markt auf positive Zustimmung. Das sollte auch der Aktie weitere Impulse geben können. Sie muss allerdings aus charttechnischer Sicht jetzt eine Widerstandszone im Bereich von 14 Euro überwinden, ehe der vorangegangene Aufschwung fortgesetzt werden kann.

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