Metro: Die Rallye ist in vollem Gang

Mit einem Blick auf die heute präsentierten Quartalszahlen des Handelskonzerns Metro ist das schon verwunderlich. Denn diese fielen alles andere als berauschend aus und sind als Begründung für den heutigen Kursanstieg nicht heranzuziehen.

 

© Metro Group
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Metro verstärkt sich in Asien

Da kommt eher eine andere Nachricht in Betracht. Heute vermeldete Metro, dass man die in Singapur beheimatete Classic Fine Foods Group (CFF) von dem Finanzinvestor EQT übernehmen wird.

Für eine Summe von 290 Mio. Dollar erwirbt Metro das operative Geschäft und das gesamte Betriebsvermögen. Dazu kommt eine ergebnisabhängige Zahlung von bis zu 38 Mio. Dollar, welche von der Entwicklung des EBITDA in den Jahren 2015 bis 2017 abhängig ist.

Durch diesen Zukauf kann die Metro-Tochter Cash & Carry ihre Standortpräsenz im Großhandel auf 36 Länder ausweiten. Bisher war man in 26 Ländern aktiv. CFF beliefert mit seinen Produkten neben Hotels und Restaurants der Premiumklasse auch Fluggesellschaften und Supermärkte in 25 Großstädten größtenteils im asiatischen Raum.

 

Metro mit Umsatzeinbußen

Die Umsatzerlöse im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres entwickelten sich mit knapp 14 Mrd. Euro um 1,4% rückläufig. Flächenbereinigt sanken die Umsätze um 0,4%, was vom Vorstand mit der Verschiebung des Ostergeschäftes begründet wurde.

Abwärts ging es auch beim bereinigten EBIT. Hier erreichte Metro nach 253 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum nur noch 209 Mio. Euro. Allerdings hatte man im Jahr zuvor von Immobilienerträgen profitiert. Bereinigt um diesen und Wechselkurseffekte hätte das bereinigte EBIT in etwa auf dem Niveau des Vorjahres gelegen.

 

Kaufhof bleibt im Zahlenwerk außen vor

In den Zahlen nicht mehr enthalten ist Kaufhof, welche an die kanadische Hudson’s Bay bis Ende September verkauft werden soll. Im letzten Quartal wurde Kaufhof als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen.

Die Verkaufssumme von 3 Mrd. Euro wurde besonders von Analysten als zu niedrig kritisiert. Betrachtet man jedoch den Geschäftsverlauf im letzten Quartal könnte es sein, dass Metro doch noch ein gutes Geschäft macht. Die Umsätze, welche sich zuletzt ohnehin rückläufig entwickelten, sanken im 3. Quartal um weitere 3,9%. Noch deutlicher zeigt sich dies beim EBIT. Nach 22 Mio. Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres standen hier nur noch 9 Mio. Euro.

 

Vorstand gibt sich positiv gestimmt

Der Vorstand von Metro gibt sich weiterhin optimistisch und erwartet für Umsatz und bereinigtes EBIT währungsbereinigt weiterhin einen leichten Anstieg. Laut Konzernchef Olaf Koch wird eine weiterhin positive Entwicklung für das Großhandelsgeschäft erwartet und auch der Gewinn bei Media-Saturn sei deutlich angestiegen.

 

Aktie liegt voll im Rallye-Modus

Der Markt brach jedenfalls in Jubelstürme aus und pushte die Aktie von Metro im heutigen Tagesverlauf bereits um mehr als 5,6% aufwärts. Damit wäre die Marke bei 32,00 Euro das nächste Ziel.

150806 Metro

Analysten der Commerzbank beließen ihre Einschätzung weiterhin auf „Add“. Damit trauen die Experten der Aktie eine weitere positive Entwicklung zu, wobei mit einer geringeren Performance im Vergleich mit Aktien, welche zum Kauf empfohlen werden, gerechnet wird. Als Grundlage dieser Analyse diente die Mitteilung, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Markus Haniel sein Amt zur nächsten Hauptversammlung aufgeben will und mit einem neuen Kopf an der Spitze wieder ein frischer Wind bei der Metro Einzug hält.

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