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Metro: Jetzt will auch Ceconomy die Segel streichen

Beim Handelskonzern Metro platzte am Freitagabend die Bombe. Denn der bisherige Großaktionär Haniel kündigte an, sich von Teilen seiner Beteiligung an dem Cash- und Carry-Anbieter trennen zu wollen. Der erste Schritt war der Verkauf eines Anteils von 7,3 %, den die Familienholding Haniel an EP Global Commerce GmbH abgab. Dahinter stecken zwei Investoren aus Tschechien und der Slowakei.

Diese sind in Deutschland keine Unbekannten. Vor allem der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky sorgte hierzulande schon für Schlagzeilen, da er den Stromversorger EPH kontrolliert. Dieser hatte Tagebau und Braunkohlekraftwerke von Vattenfall übernommen. Das Investment-Vehikel EP Global Commerce hat sich zusätzlich zu der 7,3-prozentigen Beteiligung auch eine Option auf die restlichen 15,2 % gesichert, die jetzt noch bei Haniel liegen.

Ceconomy: Beteiligung steht zur Disposition

Die Aussicht auf einen Komplettausstieg von Haniel dürfte nun auch bei Ceconomy die Überlegungen intensivieren. Zur Erinnerung: Der Metro-Konzern hatte sich im vergangenen Jahr aufgespalten. Bei der heutigen Metro verblieb das Cash- und Carry-Geschäft, Ceconomy bekam die Elektrofachmärkte Media Markt/Saturn. Beide Unternehmen sind derzeit noch so verbandelt, dass Ceconomy rund 10 % an Metro hält.

Dieser Anteil steht nach Auskunft Ceconomys Montag früh nun auch zur Disposition. Ob und wann es dabei zu einem Verkauf kommt, ließ der Elektronik-Handelsspezialist offen. Sollte er seinen Anteil verkaufen und EP Global Commerce auch die Option ziehen, hätten die neuen Großaktionäre mehr als 30 % der Metro-Anteile und müssten dann ein entsprechendes Übernahmeangebot unterbreiten. Allerdings:

Metro: Können Aktionäre auf interessante Übernahmeofferte hoffen?

Wir glauben nicht, dass es hier zu einem attraktiven Angebot käme. Denn hier dürfte im Interesse der neuen Großaktionäre wohl eher sein, die Kontrolle über den Konzern zu erreichen. Den gesetzlichen Vorschriften würde man damit genüge tun, indem man einen so unattraktiven Übernahmepreis anbietet, dass es zu keiner oder nur zu einer sehr geringen Anbindungsquote kommt. Spannend bleibt es alle Mal.

Aktie von Metro mit spannender Charttechnik

Für die Aktie der Metro bedeuten die neuesten Entwicklungen allerdings so etwas wie ein Adrenalin-Schub. Nachdem schon in den vergangenen Wochen eine Erholungstendenz erkennbar war, konnte die Aktie mit der neuen Nachrichtenlage zweistellig nach oben springen. Es fehlt nicht mehr viel und man erreicht das Niveau bei rund 14,7 Euro, die Ausgangslage, bevor Metro seine Prognose senken musste und die Aktie in den Keller geschickt wurde.

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