MHP Hotel Aktie: Gründer verkaufen sich frei

Die MHP-Gründer platzieren Aktienpakete außerbörslich und steigern den Streubesitz auf rund 25 Prozent, ohne die Mehrheitsverhältnisse zu gefährden.

Die Kernpunkte:
  • Gründer verkaufen Aktien außerbörslich
  • Streubesitz steigt auf 25 Prozent
  • Eigenmarke MOOONS expandiert nach Frankfurt
  • Aktie mit niedriger Bewertung bewertet

Eine außerbörsliche Aktienplatzierung, zwei Directors‘-Dealings-Meldungen — und dahinter steckt eine klare Strategie. Am Montag trennte sich die Frehse & Wagner Beteiligungs-GmbH, eine Beteiligungsgesellschaft der beiden Vorstandsmitglieder Dr. Jörg Frehse und Michael Wagner, im Paket von Anteilen im Wert von 390.000 Euro zu je 1,30 Euro je Aktie.

Das Geschäft fand außerhalb eines Handelsplatzes statt — sprich: kein Börsenhandel, sondern eine gezielte Platzierung bei Investoren.

Streubesitz als erklärtes Ziel

Hinter der Transaktion steckt mehr als ein gewöhnlicher Teilverkauf. Gestern wurden insgesamt 2,72 Millionen bestehende MHP-Hotel-Aktien — rund 5,9 Prozent des Grundkapitals — erfolgreich und überzeichnet bei einem Kreis aus bestehenden und neuen Investoren platziert. Der Streubesitz steigt damit auf rund 25 Prozent. Vor etwa einem Jahr lag er noch bei rund 16 Prozent.

Die vier Gründer halten zusammen weiterhin mehr als 75 Prozent — ein bewusstes Signal, dass der Kernaktionärskreis langfristig überzeugt bleibt. Das Ziel ist also nicht der Ausstieg, sondern die schrittweise Steigerung der Handelsliquidität der Aktie.

Equity Story gewinnt an Substanz

Das Timing ist kein Zufall. MHP Hotel betreibt elf Premiumhotels unter Marken wie JW Marriott, Conrad und Hyatt Regency und erzielte 2025 mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 226 Euro die Führungsposition unter Deutschlands zehn größten Hotelgruppen.

Hinzu kommt die Eigenmarke MOOONS. Nach dem Pilotbetrieb in Wien unterzeichnete MHP im Mai einen Mietvertrag für einen Standort in Frankfurt. Die Eröffnung ist für 2029 geplant; erwartet werden dort Umsätze von 12 bis 14 Millionen Euro bei Nettomarge von acht bis zehn Prozent — strukturell attraktiver als das Franchise-Geschäft, weil keine Lizenzgebühren anfallen.

Das Asset-light-Modell zahlt sich aus: MHP besitzt keine Immobilien, generiert aber vergleichsweise hohen freien Cashflow. Auf Basis der 2027er-Schätzungen wird die Aktie derzeit mit dem rund Fünffachen des freien Cashflows bewertet — ein Niveau, das Analysten als deutlich unter dem fairen Wert einordnen. Das Kursziel liegt bei 3,50 Euro, das Rating bleibt auf Kauf.

Ob die steigende Liquidität im Streubesitz nun mehr institutionelle Investoren anzieht, wird sich an den Handelsvolumina der nächsten Wochen ablesen lassen.

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