Micron: 41,46 Milliarden Dollar im Rekordquartal

Micron-Aktie steigt vor Nvidias Quartalsbericht. Rekordumsatz und starke KI-Nachfrage stützen die Speicher-Fantasie, Analysten bleiben überwiegend bullish.

Die Kernpunkte:
  • Nvidia-Zahlen als wichtiger Kurstreiber
  • Rekordumsatz von 41,46 Milliarden Dollar
  • Micron investiert Milliarden in Forschung
  • Analysten sehen weiteres Aufwärtspotenzial

Micron Technology steht heute vor einer richtungsweisenden Handelssitzung. Nvidia legt am heutigen Mittwoch seine Quartalszahlen vor – für den Speicherhersteller aus Boise ist das der wichtigste kurzfristige Kurstreiber, da Nvidias kommende Vera-Rubin-Chips einen deutlich höheren Anteil an High-Bandwidth-Memory benötigen sollen als frühere Generationen. Höhere HBM-Inhalte und bessere Preise bei diesen Prozessoren gelten als potenzieller Wachstumsschub für Micron.

Die Aktie reagierte bereits gestern mit einem Kursplus von 2,3 Prozent auf 798,90 Euro – ein Vorgeschmack auf die Erwartungshaltung des Marktes. Auf Wochensicht steht dennoch ein leichtes Minus von 0,5 Prozent zu Buche, was zeigt, wie nervös der Handel rund um den Nvidia-Termin agiert. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.103,80 Euro, erreicht am 25. Juni, notiert Micron derzeit 28 Prozent entfernt.

Rekordquartal als Fundament

Der eigentliche fundamentale Unterbau für die Kursfantasie stammt aus dem fiskalischen dritten Quartal, das Micron am 24. Juni vorgelegt hatte. Der Umsatz kletterte auf einen Rekordwert von 41,46 Milliarden Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 35,7 Milliarden Dollar deutlich.

Das Ergebnis je Aktie lag nach GAAP bei 25,11 Dollar und lag damit rund 24 Prozent über der Analystenerwartung von 20,20 Dollar. Die Bruttomarge erreichte nach GAAP 84,6 Prozent.

Für das laufende vierte Fiskalquartal stellte Micron einen Umsatz von 50,0 Milliarden Dollar plus/minus 1,0 Milliarde Dollar in Aussicht, gestützt auf neu abgeschlossene mehrjährige Kundenverträge.

Firmenmanager Sumit Sadana, Chief Business Officer von Micron, sagte auf einem Technologieforum von KeyBanc Capital Markets Anfang August, der aktuelle Zyklus werde von einem breiten KI-Ausbau getragen, der noch am Anfang stehe. Die Nachfragesignale hätten sich seit dem letzten Zahlenbericht verstärkt, das Kalenderjahr 2027 werde nach Unternehmenseinschätzung sogar noch enger als 2026.

Investitionsoffensive und geteiltes Analystenbild

Parallel zur operativen Stärke baut Micron seine Forschungsinfrastruktur aus: Am 20. August stellte das Unternehmen die Micron Research Labs vor, eine langfristig angelegte Forschungseinrichtung mit Sitz in Boise, hinter der eine geplante Investition von 10 Milliarden Dollar über das kommende Jahrzehnt steht.

Am selben Tag eröffnete Micron zudem ein Trainingszentrum in Boise, um den heimischen Halbleiter-Nachwuchs zu stärken. Bereits Mitte August hatte Micron Ventures mit dem sogenannten Paradigm Fund weitere 250 Millionen Dollar für KI-nahe Investments bereitgestellt.

Bei den Analysten zeichnet sich zuletzt ein gemischtes, aber überwiegend positives Bild ab. Mizuho senkte am Dienstag sein Kursziel von 1.375 auf 1.300 Dollar, beließ die Einstufung jedoch bei Outperform. BMO hatte bereits am 21. August die Coverage mit Outperform-Rating und einem Kursziel von 1.300 Dollar aufgenommen und begründete dies mit einem „Memory Supercycle“-Szenario.

Bank of America bestätigte an selbem Tag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.550 Dollar und rechnet mit Gewinnszenarien bis ins Fiskaljahr 2030, die weit über den derzeitigen Konsensschätzungen liegen.

Für zusätzliche Diskussion sorgte der Verkauf von Unternehmensanteilen durch CEO Sanjay Mehrotra, der am 21. August Aktien im Wert von rund 38,7 Millionen Dollar im Rahmen eines automatisierten Handelsplans nach Rule 10b5-1 veräußerte. Solche planmäßigen Verkäufe gelten an der Wall Street üblicherweise nicht als Vertrauenssignal in die eine oder andere Richtung, da sie im Voraus festgelegt werden.

Die Volatilität der Aktie bleibt mit 92 Prozent auf 30-Tage-Sicht hoch, der RSI von 49,6 signalisiert derzeit weder Über- noch Unterverkauf. Mit einem Abstand von 58 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt, auch wenn die kurzfristige Schwankungsbreite rund um den heutigen Nvidia-Termin hoch bleibt.

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