Micron: 50 Milliarden Dollar Q4-Guidance
Micron-Aktie erholt sich nach Branchenverkaufswelle. Trotz Wettbewerbsängsten um CXMT bleiben Analysten optimistisch und sehen hohe Kursziele.

- Kurseinbruch durch Branchenverkaufswelle
- Analysten bleiben trotz Schwankungen bullish
- Rekordumsatz und milliardenschwere Investitionen
- Neue Speicherlösung für KI-Rechenzentren
Micron-Aktionäre erlebten in dieser Woche eine Berg-und-Talfahrt. Medienberichten zufolge gerieten die Papiere des Speicherchip-Herstellers am gestrigen Donnerstag im vorbörslichen US-Handel deutlich unter Druck und verloren zeitweise fast vier Prozent. Auslöser war keine unternehmensspezifische Nachricht, sondern eine breite Verkaufswelle in der Branche: Enttäuschende Quartalszahlen von Western Digital und Sandisk belasteten die Stimmung im gesamten Speicherchip-Segment.
Im heutigen Handel zeigt sich das Papier wieder stabiler. Bei 771,30 Euro notiert die Aktie 0,82 Prozent im Plus und liegt damit über dem gestrigen Schlusskurs von 765,00 Euro. Die kurzfristige Erholung ändert nichts an der grundsätzlichen Nervosität am Markt: Zusätzlich zur sektorweiten Schwäche sorgen Wettbewerbsbedenken um den chinesischen DRAM-Hersteller CXMT für Unsicherheit unter Anlegern, die den KI-Speicherboom auf Nachhaltigkeit prüfen.
Optimistische Signale von Analystenseite
Trotz der Kursschwankungen bleibt die Grundstimmung unter Analysten überwiegend positiv. Bank of America nahm Micron am Dienstag in ihre US-1-Liste auf und stufte den Titel damit als eine ihrer Ideen mit der höchsten Überzeugungskraft ein. Bereits am Montag hatte Analyst Atif Malik seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.400 US-Dollar bekräftigt und seine langfristig bullische Einschätzung untermauert.
Bereits in der letzten Juliwoche hatten mehrere Wall-Street-Häuser ihre Kursziele auf eine Spanne von 1.500 bis 1.700 US-Dollar angehoben, der Konsens liegt inzwischen bei rund 1.568 bis 1.581 Dollar. Rückenwind erhielt die Aktie am 30. Juli, als sie laut CNBC um 18 Prozent zulegte, während Advanced Micro Devices um mehr als 13 Prozent stieg. Einen Tag später sprang der Kurs um weitere 6 Prozent, nachdem sich die Chefs von Apple und Amazon Medienberichten zufolge besorgt über „außergewöhnlich höhere Speicherkosten“ geäußert hatten – ein Signal, das die Preismacht der Speicherchip-Hersteller unterstreicht.
Rekordquartal und milliardenschwere Investitionen
Die operative Basis für den Optimismus lieferte Micron bereits im Juni. Im dritten Geschäftsquartal, das am 28. Mai endete, erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar – gegenüber 23,86 Milliarden im Vorquartal und 9,30 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der GAAP-Nettogewinn lag bei 28,24 Milliarden Dollar, das entspricht 24,67 Dollar je verwässerter Aktie. Für das laufende vierte Geschäftsquartal stellte Micron einen Umsatz von 50,0 Milliarden Dollar plus/minus einer Milliarde in Aussicht, bei einer Bruttomarge von rund 86 Prozent und einem Gewinn je Aktie von 30,73 Dollar plus/minus einen Dollar. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 22. September angesetzt, Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 31,24 Dollar.
Parallel treibt Micron den Kapazitätsausbau voran. Anfang Juli goss das Unternehmen den ersten Beton für sein neues Werk im Bundesstaat New York und kündigte eine strategische Investition von bis zu 3 Milliarden Dollar zur Stärkung der US-Halbleiterproduktion an. Mitte Juli folgten Vereinbarungen zur Sicherung der Automobil-Lieferkette, am Dienstag präsentierte Micron gemeinsam mit Microchip Technology eine PCIe-Gen-6-Speicherlösung für KI- und Rechenzentrumsanwendungen. Am 24. Juli meldete Firmenchef Sanjay Mehrotra zudem den Verkauf eigener Aktien im Wert von rund 37,3 Millionen Dollar – ein Vorgang, der angesichts der starken Kursgewinne des vergangenen Jahres wenig überrascht.
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