Micron: 50-Milliarden-Prognose zum 30. September
Goldman Sachs bewertet den Speicherchip-Sektor optimistischer, während Micron starke Quartalszahlen meldete und am 30. September neue Ziele vorlegt.

- Goldman Sachs erwartet Ende des Abschwungs
- Micron meldete 41,46 Milliarden Dollar Umsatz
- Insider veräußerten Aktien für 182,2 Millionen Dollar
- Neue Quartalszahlen folgen am 30. September
Micron Technology bekommt Rückenwind von unerwarteter Seite: Goldman Sachs stufte den Speicherchip-Sektor Anfang September konstruktiver ein und begründete dies damit, dass der zyklische Abschwung der Branche sich dem Ende zuneige. Die Einschätzung galt Marktbeobachtungen zufolge als einer der Auslöser für die zuletzt positive Anlegerstimmung rund um Micron.
Der Optimismus der Bank fügt sich in ein Bild, das schon seit Wochen von der Nachfrage nach Speicherchips für Künstliche Intelligenz geprägt ist. Medienberichten zufolge wurde die Kursrally des Unternehmens zuletzt auch mit dem Start von OpenAIs GPT-6 Astra und der anhaltenden Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory in Verbindung gebracht. Micron gilt damit weiterhin als einer der Profiteure der KI-Infrastrukturwelle, die Speicherhersteller weltweit begünstigt.
Solides Zahlenfundament als Basis
Untermauert wird die positive Einschätzung durch die zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen: Für das dritte Fiskalquartal 2026 meldete Micron einen Umsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar, eine GAAP-Bruttomarge von 84,6 Prozent und einen freien Cashflow von 18,3 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert für das Unternehmen. Diese Kennzahlen bilden aus Sicht vieler Beobachter das fundamentale Fundament für die anhaltende Kursstärke der Aktie.
Auf diesem Fundament ruht auch die Erwartungshaltung für die kommenden Wochen: Am 30. September wird Micron die Ergebnisse für das vierte Fiskalquartal 2026 vorlegen und eine Investorenkonferenz abhalten.
Die eigene Prognose des Unternehmens sieht einen Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar vor, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 1 Milliarde US-Dollar, sowie ein non-GAAP-Ergebnis je Aktie von 31 US-Dollar, ebenfalls mit einer Marge von plus/minus 1 US-Dollar. Sollte Micron diese Zielmarken erreichen oder übertreffen, dürfte dies die These vom Ende des Speicherzyklus-Abschwungs weiter stützen.
Insiderverkäufe als Kontrapunkt
Nicht alle Signale sind eindeutig bullisch. Innerhalb der vergangenen 90 Tage verkauften Insider Aktien im Wert von rund 182,2 Millionen US-Dollar – ein Umstand, der in einem Umfeld eskalierender Bewertungen regelmäßig Fragen nach der Nachhaltigkeit des Kursanstiegs aufwirft. Solche Verkäufe müssen keine negative Einschätzung des Geschäfts bedeuten, sie fallen aber auf, wenn die Aktie gleichzeitig als Kernprofiteur des KI-Booms gehandelt wird.
Am deutschen Markt notierte die Aktie am Freitag bei 841,30 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 3,8 Prozent zu Buche, während sich der Titel binnen 30 Tagen um 6,3 Prozent verteuerte – ein Hinweis darauf, dass die zugrundeliegende Aufwärtsbewegung trotz kurzfristiger Schwankungen intakt bleibt.
Ausblick auf den Berichtstermin
Für Anleger dürfte der 30. September zum entscheidenden Prüfstein werden. Bestätigt Micron die eigene Umsatz- und Gewinnprognose, würde dies sowohl die Goldman-Sachs-These vom Zyklusende als auch die anhaltende KI-Nachfragestory untermauern. Verfehlt das Unternehmen die selbstgesteckten Ziele, dürfte die Diskussion um die hohe Bewertung nach der massiven Kursrally der vergangenen zwölf Monate schnell wieder an Fahrt gewinnen.
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