Micron Aktie: 10,42-Prozent-Sturz trotz HBM4-Zertifizierung

Micron bricht nach Nvidia-Zertifizierung für KI-Plattform ein. Gerüchte um geringeren Speicherbedarf und Zinsängste belasten den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz trotz Nvidia-Zertifizierung
  • Spekulationen um geringeren Speicherbedarf
  • Broadcom belastet Halbleiterstimmung
  • Quartalszahlen am 24. Juni erwartet

Nvidia-Chef Jensen Huang lieferte am Freitag eigentlich den ultimativen Ritterschlag. Micron ist offiziell als HBM4-Speicherlieferant für die kommende KI-Plattform „Vera Rubin“ zertifiziert. Die Börse reagierte auf diesen Meilenstein allerdings mit einem massiven Abverkauf. Die Micron-Papiere stürzten um 10,42 Prozent auf 769,90 Euro ab.

Damit verliert der Chipwert rasant an Höhe. Erst zwei Tage zuvor hatte der Kurs bei 938,70 Euro ein neues Rekordhoch markiert. Trotz des aktuellen Rücksetzers steht seit Jahresbeginn ein gewaltiges Plus von rund 186 Prozent auf der Anzeigetafel.

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Gerüchte drosseln die Speicher-Fantasie

Den Hauptgrund für die plötzliche Schwäche lieferten Spekulationen über Nvidias neue Rubin-Architektur. Branchenberichten zufolge könnte der Chipentwickler die Standard-Speicherkapazität pro Rack drastisch reduzieren. Im Raum steht eine Halbierung von 55 auf 28 Terabyte. Nvidia zielt damit offenbar auf sinkende Systemkosten ab.

Diese Anpassung betrifft primär herkömmlichen Server-Speicher und nicht die hochmargigen HBM4-Module. Die Aussicht auf einen geringeren Speicherbedarf in der nächsten KI-Generation reichte dennoch aus, um branchenweit Gewinnmitnahmen auszulösen. Analysten bewerten die Nachfrage nach HBM-Chips weiterhin als stark. Die abkühlenden Erwartungen für das restliche Server-Segment erzwingen nun eine Neubewertung des gesamten Portfolios.

Perfektionsdruck und Zinsängste

Parallel dazu dämpfte Broadcom die Stimmung im Halbleitersektor. Das Unternehmen meldete einen Rekordumsatz im KI-Geschäft von 10,8 Milliarden US-Dollar. Das Management ließ die langfristigen Umsatzziele in diesem Bereich jedoch unangetastet. Nach wochenlangen Kursrallys waren Investoren auf eine Prognoseanhebung eingestellt. Die ausbleibende Überraschung schürte sofort Zweifel, ob die massiven Infrastruktur-Investitionen der Tech-Giganten vor einer Konsolidierung stehen.

Obendrein trübte der US-Arbeitsmarktbericht das Umfeld für Wachstumswerte. Im Mai entstanden 172.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft — mehr als doppelt so viele wie erwartet. Diese robuste Entwicklung dämpft die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank. Steigende Anleiherenditen werten die zukünftigen Cashflows der hoch bewerteten Tech-Konzerne ab.

Quartalszahlen rücken in den Fokus

Micron treibt derweil die Vorbereitungen für die ersten Vera-Rubin-Auslieferungen im dritten Quartal 2026 voran. Am 24. Juni legt der Konzern seine Ergebnisse für das abgelaufene Jahresviertel vor. Der Fokus des Marktes liegt dann auf der Bruttomarge. Das Management hatte hier zuletzt einen Zielwert von 81 Prozent ausgegeben, der nun gegen die architektonischen Verschiebungen der großen KI-Kunden verteidigt werden muss.

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